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Mittwoch, 18.10.2017
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Defekt in Zellkraftwerken macht dick

Unterfunktion der Mitochondrien verursacht Übergewicht

Manche Menschen können essen, was immer sie möchten, ohne jemals dick zu werden. Andere hingegen werden trotz dauerhafter Diät übergewichtig. Warum das so ist, war bisher unbekannt. Eine Antwort darauf gibt nun eine neue Studie von Jenaer und Potsdamer Wissenschaftlern. Verantwortlich für das Problem könnten danach die Kraftwerke einer jeden Körperzelle des Menschen, die so genannten Mitochondrien, sein.
Versuchtstier Maus

Versuchtstier Maus

Mitochondrien sind für die Bereitstellung von kurzfristig verfügbarer Energie verantwortlich. Sie wandeln hierzu die mit der Nahrung aufgenommenen Zucker und Fette so um, dass diese von der Zelle verbrannt werden können.

Ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam und der Universität Jena um Professor Michael Ristow hat untersucht, welche Auswirkungen eine leichte Unterfunktion dieser Kraftwerke auf Mäuse hat. Die Forscher konnten zeigen, dass diese Unterversorgung dazu führt, dass die Mäuse deutlich übergewichtig werden, ohne mehr zu fressen oder sich weniger zu bewegen.

"Das überraschende an den Daten war", so Ristow, "dass diese Mäuse mit Unterfunktion nur dann übergewichtig wurden, wenn sie eine ungesunde, kalorienreiche Diät fraßen. Die gleichen Mäuse blieben dagegen bei einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung genauso schlank wie ihre gesunden Geschwister."


Ausdauersport gut für Mitochondrien


"Es ist bekannt", so der Jenaer Forscher weiter, "dass unsere Mitochondrien mit zunehmendem Alter immer inaktiver werden. Das könnte erklären, warum wir mit den Jahren immer dicker werden, obwohl wir sogar weniger essen, als wir es als Jugendliche getan haben." Diese Abnahme der Mitochondrien-Aktivität sei vor allem durch Ausdauersport aufzuhalten; entsprechend wirksame Medikamente seien erst in der Entwicklungsphase.

Die in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (USA) veröffentlichte Studie beweist erstmals, dass eine gezielte Beeinträchtigung der Mitochondrienfunktion in Mäusen dazu führt, dass überschüssige Nahrungs-Kalorien unvollständig verbrannt und stattdessen als Fettgewebe abgelagert werden. Zusätzlich entwickeln diese Mäuse eine Zuckerkrankheit (Diabetes), eine chronische Erkrankung, die bei Übergewichtigen gehäuft auftritt und zu Folgeproblemen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führt.
(idw - Universität Jena, 02.04.2007 - DLO)
 
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