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Dienstag, 30.05.2017
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Hitzeresistente Bakterien für die Waschmittelindustrie

Genom von Thermus thermophilus entschlüsselt

Forscher der Universität Göttingen haben das Genom von Bakterien entziffert, die an sehr hohe Temperaturen angepasst sind. Thermus thermophilus kann noch bei 60 bis 85 Grad Celsius in den heißen Quellen überleben und wachsen. Die Erbgutinformationen der Überlebenskünstler unter den Mikroben, sollen dazu dienen, um beispielsweise hitzestabile Proteine für die Waschmittelindustrie zu entwickeln.
Heiße Quelle

Heiße Quelle

"Bakterien der Thermus-Arten enthalten Proteine, die offenbar bei Hitze sehr gut arbeiten und damit besonders stabil sind. Sie sind daher für den Einsatz in der Biotechnologie von hoher Bedeutung", so Prof. Gottschalk. Aus den vorliegenden genetischen Informationen des Thermus thermophilus können nun weltweit Forscher bestimmte Gene herausfiltern und die darauf basierenden Proteine auf ihre Eigenschaften, insbesondere auf ihre Stabilität hin prüfen.

Nach Angaben von Prof. Gottschalk sind mehrere Proteine aus Thermus-Arten wegen ihrer besonderen Stabilität in der Vergangenheit bereits isoliert und analysiert worden, jedoch mit aufwendigen und kostspieligen Verfahren. "Mit der Entschlüsselung der Genomsequenz haben wir jetzt das Innere des Bakteriums quasi wie ein Buch aufgeschlagen, aus dem die gewünschten Gene wie aus einem Buchkapitel leicht herauskopiert und in Proteine übersetzt werden können. Die Wissenschaft wird sich der Erbgutinformationen vor allem bedienen, um hitzestabile Proteine für die Waschmittelindustrie, für die Stärke- und Lebensmittelindustrie, aber auch für die Forschung zu gewinnen", so der Göttinger Mikrobiologe.

Wie der Wissenschaftler weiter erläutert, ist der Thermus thermophilus außerdem transformationskompetent: er ist in der Lage, Fremd-DNA aus seiner Umgebung aufzunehmen. "Genomsequenz, Wachstum bei hohen Temperaturen und die Fähigkeit zur DNA-Aufnahme machen dieses Bakterium zu einem attraktiven Modellorganismus für die Erforschung und Herstellung von Proteinen."


Über die Arbeit der Göttinger Wissenschaftler berichtete "Nature Biotechnology" in seiner Online-Veröffentlichung am 4. April 2004.
(idw - Georg-August-Universität Göttingen, 06.04.2004 - DLO)
 
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