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Montag, 29.05.2017
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„Dreck“ macht glücklich

Bodenbakterium aktiviert Produktion von „Antidepressions-Hormon“ Serotonin im Gehirn

Eine sehr ungewöhnliche Kur gegen Depression und schlechte Stimmung haben jetzt britische Wissenschaftler in Experimenten an Mäusen entdeckt: Wurden sie mit harmlosen Bodenbakterien in Berührung gebracht, veränderte sich ihr Verhalten so, als wenn sie ein gängiges Antidepressivum verabreicht bekommen hätten.
Kolonie des Bodenbakteriums Mycobacterium vaccae

Kolonie des Bodenbakteriums Mycobacterium vaccae

Wie die Forscher um Chris Lowry von der Universität von Bristol in der Zeitschrift „Neuroscience“ berichten, aktivierten die Bakterien offenbar eine Gruppe von Neuronen im Gehirn der Tiere, die für die Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin verantwortlich sind. Ist die Konzentration dieses Hormons zu niedrig, können Depressionen die Folge sein.

Ein Ergebnis aus der Krebstherapie brachte die Wissenschaftler auf die Idee zu ihren Versuchen: Es hatte sich gezeigt, dass Krebspatienten, die mit dem Bodenbakterium Mycobacterium vaccae behandelt worden waren, unerwarteterweise über deutliche Verbesserungen in ihrer Lebensqualität berichteten. Warum dies so ist, wollten Lowry und seine Kollegen herausfinden. Tatsächlich konnten sie nachweisen, dass das Bakterium offenbar selektiv Zellen im Gehirn aktiviert, die das Hormon Serotonin ausschütten.

Die jetzigen Ergebnisse deuten damit auf einen Zusammenhang zwischen dem Zustand des Immunsystems und Störungen im seelischen Gleichgewicht hin. „Diese Studien helfen uns dabei zu verstehen, wie der Körper mit dem Gehirn kommuniziert und warum ein gesundes Immunsystem wichtig ist auch für die Aufrechterhaltung der geistigen Gesundheit“, erklärt Lowry. „Sie lassen uns auch wundern, ob wir nicht alle mehr Zeit damit verbringen sollten im Dreck zu spielen.”


Noch allerdings werden weitere Untersuchungen nötig sein um festzustellen, wie M. vaccae oder andere Bakterien tatsächlich genau auf die Serotonin-produzierenden Zellen wirken und wie sich diese Wirkung gezielt für Antidepressiva nutzen lässt.
(University of Bristol, 02.04.2007 - NPO)
 
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