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Dienstag, 24.01.2017
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SmallGeo ins All

Kommunikations-Satellit aus Deutschland in Planung

Erstmals seit 25 Jahren startet bald wieder ein deutscher Kommunikations-Satellit ins All. SmallGeo soll Daten oder Fernsehprogramme übertragen und nach den Plänen der Hersteller bereits ab 2010 die Erde umkreisen. Kleine Satelliten wie SmallGEo haben den Vorteil, dass sie sich schnell und flexibel einsetzen lassen und weniger Kapital als Großsatelliten binden. Zudem verringern sie das Gesamtrisiko bei einem Ausfall.
Kommunikationssatellit SmallGeo

Kommunikationssatellit SmallGeo

Seit 25 Jahren wurden in Deutschland keine Kommunikations-Satelliten mehr gebaut. Nun ändert sich die Situation grundlegend. „Über diese Rückkehr in den internationalen Reigen der Systemhersteller für Kommunikations-Satelliten sind wir sehr stolz“, erklärte Walter Döllinger, Programmdirektor Raumfahrt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin. „Wir haben uns in Europa erfolgreich dafür stark gemacht, dass der deutsche Satellitenbau diesen fetten Auftrag erhält. So fließt das Geld der deutschen Steuerzahler über die europäische Weltraumagentur ESA wieder zurück nach Deutschland. Dies macht uns international konkurrenzfähig, und in Deutschland lösen wir Innovationen aus und schaffen neue Arbeitsplätze“, erklärte er.

Leichtgewicht mit modularem Aufbau


Zu den Besonderheiten von SmallGeo zählen der modulare Aufbau, die innovative Technik, der Leistungsbereich um 3kW und 300 Kilogramm Nutzlast, die Lebensdauer von 15 Jahren und die Lieferzeit von weniger als 18 Monaten ab Bestellung. Marktstudien schätzen die Nachfrage nach geostationären Kleinsatelliten auf bis zu acht pro Jahr. Dieser Markt wird bisher nicht von europäischen Produkten bedient. Satelliten der betreffenden Leistungsklasse werden außer in der kommerziellen Satellitenkommunikation für die Übertragung von Daten oder Fernsehprogrammen auch für strategische Ziele und hoheitliche Aufgaben eingesetzt.

Deutschland baut mit SmallGeo seine Stellung auf dem Markt der Nachrichten-Satelliten aus. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat das Bremer Unternehmen OHB-System als Hauptauftragnehmer ausgewählt, um gemeinsam mit europäischen Partnern eine neue Satellitenlinie zu entwickeln. Der Zuschlag für das norddeutsche Unternehmen etabliert einen neuen Anbieter auf dem europäischen Satellitenmarkt. Damit kann Europa nach langer Abstinenz wieder kleine Nachrichten-Satelliten der Gewichtsklasse um drei Tonnen auf dem Weltmarkt anbieten. Von den beiden großen Satelliten-Systemherstellern (Alcatel/Thales und EADS Astrium) werden Nachrichten-Satelliten in der Bandbreite von 3kW bis 18kW angeboten.


Der von der ESA vergebene Auftrag gehört zu dem europäischen Programm ARTES-11 (Advanced Research in Telecommunication Systems), einem Programm innerhalb des Telekommunikationsprogramms der ESA. ARTES 11 besteht aus den Subelementen für die Entwicklung der Plattform SmallGeo und der eigentlichen Mission. An dem Programm beteiligen sich acht europäische Staaten: Dänemark, Deutschland, Finnland, Luxemburg, Österreich, Schweden, Schweiz und Spanien. Der deutsche Anteil beträgt rund 50 Prozent. Das Gesamtvolumen für die Entwicklung des Satellitenbus liegt bei etwa 115 Millionen Euro.
(DLR, 29.03.2007 - AHE)
 
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