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Freitag, 10.02.2012
Länger leben dank Isotopen?
Experiment verlängert Lebensspanne von Würmern um zehn Prozent
Vergessen Sie Vitamine, Probiotik oder Omega-3-Fettsäuren: Der Trend der Zukunft könnten Isotope sein: Wissenschaftler haben jetzt belegt, dass Lebensmittel, die mit diesen natürlichen Varianten von Elementen versetzt werden, die Lebensdauer von Fadenwürmern um bis zu zehn Prozent verlängerten. Denn aus ihnen bildet der Körper Bausteine, die der Alterung besser standhalten.

Fadenwurm C. elegans
Fadenwurm C. elegans
© USDA
Wie das Magazin Chemistry & Industry berichtet, fütterte ein Forscherteam unter Leitung von Mikhail Shchepinov Fadenwürmer mit spezieller, durch Isotopen angereicherter Nahrung. Isotopen sind Elemente, die in ihrem Atomkern zwar die gleiche Anzahl von positiv geladenen Protonen aufweisen wie die Mehrzahl der Atome dieses Elements, aber eine unterschiedliche Anzahl der neutralen Neutronen besitzen. Ein Beispiel für so ein Isotop ist das bekannte C-14, ein Kohlenstoffatom mit zwei Neutronen mehr als normal.

In den Nematoden-Versuchen verlängerte die mit solchen Isotopen angereicherte Nahrung die Lebensspanne der Würmer im Durchschnitt um bis zu zehn Prozent. Übertragen auf den Menschen könnte dies eine Verlängerungen von fast zehn Jahre bedeuten - theoretisch.

Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass die Isotope vom Organismus eingebaut werden und dadurch Zellen und Gewebe widerstandsfähiger gegen Abbauprozesse beispielsweise durch freie Radikale machen. So könnten beispielsweise anfällige Bindungen zwischen Molekülen durch die Isotopen gestärkt werden. Nach Ansicht der Forscher würde es vollkommen ausreichen, Tierfutter mit solche Isotopen anzureichern um dem Menschen die Zusatzstoffe indirekt, über Steak oder Geflügel zuzuführen. Zudem soll schon eine Isotopen-Mahlzeit ab und zu ausreichen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Andere Wissenschaftler kommentierten die Ergebnisse noch vorsichtig-abwartend: “Das ist eine sehr innovative Idee”, kommentiert Aubrey de Grey, Altersforscher an der Universität von Cambridge die Ergebnisse. „Aber es bleibt abzuwarten, ob es wirklich die Quelle für anwendbare Therapien sein kann. Aber es ist eine Aussicht, die wir nicht abtun sollten.“ Charles Cantor, Biomechaniker der Universität von Boston: „Die vorläufigen Daten deuten daraufhin, dass dieser Ansatz die Lebensspanne ohne große Nebenwirkungen verlängern könnte. Wenn dies durch weitere Experimente bestätigt wird, hat dies große Bedeutung.“
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