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Donnerstag, 24.05.2012
Gehirnoperation bei Tourette Syndrom erfolgreich
Tiefenhirnstimulation lässt Symptome verschwinden
Amerikanische Mediziner haben einen 31-jährigen Patienten erfolgreich einer Gehirnoperation zur Behandlung seines Tourette Syndroms unterzogen. Jeff Matovic litt seit seinem sechsten Lebensjahr an dieser Krankheit, die durch unkrontrollierbare Vokalisierungen und Bewegungen charakterisiert ist.

Die Mediziner setzten die so genannte Tiefenhirnstimulation ein, die auf der Platzierung von winzigen Elektroden im Gehirn zur Regulierung der elektrischen Aktivität beruht. Der Mediziner Robert Maciunas vom University Hospital of Cleveland erklärte, dass die Symptome größtenteils verschwunden seien.

Gehirn
Gehirn
© Forschungszentrum Jülich
Die Tiefenhirnstimulation wurde bereits zur Behandlung von Parkinson eingesetzt, um das mit dieser Erkrankung einhergehende Zittern zu verringern. Die Elektroden werden tief im Gehirn neben dem Thalamus platziert, der die Bewegungen des Menschen kontrolliert. Sie senden kontinuierlich hochfrequente elektrische Signale aus, um jene Ausfälle zu beseitigen, die für den Tremor verantwortlich sind. Die Elektroden werden von einer Batterie angetrieben, die unter die Haut implantiert wird. Ein winziger Draht führt aus dem Inneren des Gehirns, unter der Kopfhaut den Nacken entlang in den oberen Brustbereich, wo sich die Batterie befindet.

Dem Patienten wurden Elektroden auf beiden Seiten des Gehirn implantiert und winzige Batterien auf beiden Seiten des Brustkorbes eingepflanzt. Jeff Matovic litt an beiden Körperseiten unter unkontrollierbaren Bewegungen. Der behandelnde Neurologe Brian Maddux berichtete, dass sichdie Bewegungen bereits einige Stunden nach der Aktivierung des Stimulators entspannten und ein normales Sprechen wieder möglich war. Matovic selbst erklärte gegenüber der BBC, dass sich sein Leben grundlegend verändert habe. "Ich kann jetzt Dinge tun, die für mich immer unmöglich gewesen sind."
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