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Mittwoch, 20.09.2017
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Blutmangel im Hirnstamm schuld an plötzlichem Kindstod

Ultraschallscreening könnte zukünftig Todesfälle vermeiden

Der plötzliche Kindstod ist die häufigste Todesursache bei Säuglingen. Jetzt haben Wissenschaftler mithilfe von Ultraschall- Untersuchungen eine Durchblutungsstörung am Hirnstamm als Ursache identifiziert. Ihre Studie zeigt, dass Reihenuntersuchungen und richtige Bettung viele Kinder retten könnte.
Baby

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Das so genannte Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) ist die häufigste Todesursache während der Kindheit und galt bislang als weitgehend ungeklärt. In den Industrieländern sterben daran ein bis zwei von 2.000 Kindern im ersten Lebensjahr. Ohne jede erkennbare Ursache finden Eltern ihr Baby leblos im Bett. "Durch ein dopplersonographisches Screeningprogramm der Hirnbasisarterien könnten Risikokinder erkannt und die Inzidenz von SIDS gesenkt werden", erklärt Professor Karl-Heinz Deeg von der Klinik für Kinder und Jugendliche von der Sozialstiftung des Klinikums Bamberg.

Eine Ursache des SIDS sei eine lagebedingte Minderdurchblutung des Hirnstamms, so Deeg. Er untersucht an seiner Klinik neu geborene Kinder mit einer speziellen Ultraschallmethode - der Dopplersonographie. Mit dem für das Kind harmlosen Test prüft er den Blutfluss in einer Schlagader, die den Hirnstamm, den Sitz des Atem- und Kreislaufzentrums, mit Blut versorgt.

Das Ergebnis: Bei den meisten Neugeborenen fließt das Blut in der Arteria basilaris mit „gesundem“ Tempo - unabhängig von der Lage. Bei 1,5 Prozent der Babys jedoch fließt es - verursacht etwa durch seitliches Drehen des Kopfes in Bauchlage - sehr langsam. Mitunter stockt bei diesen sogar der Blutstrom oder das Blut fließt rückwärts. Nach den Ergebnissen der Bamberger Forscher führt die Drehung des Kopfes bei diesen Säuglingen dazu, dass ein von der Wirbelsäule zum Gehirn führendes Blutgefäß zusammengedrückt wird. Der Hirnstamm werde dadurch nicht mehr ausreichend durchblutet. Folge kann der plötzliche Säuglingstod sein.


Seit 1998 haben an dem freiwilligen Programm mehr als 14.300 Neugeborene teilgenommen. Nur eines dieser Kinder ist gestorben. "Risikokinder mit krankhaftem Blutfluss überwachen wir mit einem Herzatemmonitor", erläutert Deeg. Eltern dieser Kinder empfehlen die Forscher außerdem, ihr Kind so zu betten, dass ein normaler Blutstrom gewährt sei. Um bundesweit möglichst viele Neugeborene von diesen Erkenntnissen profitieren zulassen, setzt sich die DEGUM für entsprechende Ultraschall-Screenings ein.
(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 09.03.2007 - NPO)
 
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