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Samstag, 22.07.2017
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ADHS: Doch keine Genschäden durch Ritalin und Co.

Neue Studie findet keine Hinweise auf Erbgutschäden nach Behandlung mit Methylphenidat

Können Präparate gegen die Aufmerksamkeitsstörung ADHS das Erbgut der Kinder schädigen? 2005 hatten amerikanische Forscher darauf Hinweise gefunden. Doch jetzt git es Entwarnung: Neue Studien deutscher Forscher konnten diesen Verdacht nicht bestätigen.
DNA

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Die schlechte Nachricht stammte seinerzeit von Randa El-Zein vom Anderson-Krebsforschungszentrum der Universität von Texas. "Allerdings wurden dort nur zwölf Kinder untersucht. Die Ergebnisse waren bei allen ungewöhnlich einheitlich und die Werte deutlich erhöht, so dass eine weitere Studie erforderlich schien", erklärt die Toxikologin Professor Helga Stopper von der Universität Würzburg. Das Ergebnis habe international viel Staub aufgewirbelt, viele Patienten und Eltern seien dadurch verständlicherweise sehr verunsichert worden. Nach verschiedenen Studien sind weltweit schätzungsweise zwischen sechs und zwölf Prozent aller Kinder von ADHS betroffen.

"In einer eigenen Studie fanden wir keine verstärkten Schäden am Erbgut", beruhigt Stopper. Sie hat jetzt in Kooperation mit der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie die Untersuchung der Amerikaner wiederholt. Dazu nahmen die Würzburger Forscher Blutproben von ADHS-Kindern unter die Lupe, die mit Methylphenidat (Ritalin®, Medikinet®, Concerta®, Equasym®) behandelt werden. In speziellen Immunzellen, den Lymphozyten, fahndeten sie nach vermehrt beschädigten Chromosomen, wurden aber nicht fündig. Dieses Ergebnis bestätigt den Forschern zufolge jahrzehntelange Beobachtungen, nach denen klinisch keine gravierenden Nebenwirkungen gesehen werden konnten.

Die Würzburger untersuchten 30 Kinder vor und kurz nach dem Beginn der Methylphenidat-Behandlung, 21 dann nochmals drei Monate nach Therapiebeginn und acht Kinder ein halbes Jahr danach. Seit November 2006 wird die Untersuchung vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung der Uni Würzburg finanziell gefördert. Die Forscher wollen diese Arbeit fortführen und auf andere Medikamente ausdehnen, die zum Beispiel bei ADHS als alternative Behandlung im Gespräch sind.
(Universität Würzburg, 05.03.2007 - NPO)
 
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