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Freitag, 10.02.2012
Online-Test sagt Diabetes-Risiko voraus
Score gibt Empfehlungen zur Senkung des Diabetes-Risikos
Wissenschaftler haben den ersten Deutschen Diabetes-Risiko-Score entwickelt, der außerhalb der klinischen Praxis anwendbar ist. Mit diesem Test können Erwachsene im Alter zwischen 35 und 65 Jahren ihr Risiko berechnen, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Sport schützt vor Diabetes
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© IMSI Masterclips
Der Test ist einfach, kostengünstig und sehr genau. Die Anwender müssen keine komplizierten Fachfragen beantworten, da lediglich Parameter, wie Alter, Körpergröße, Taillenumfang, Alkohol- und Kaffeekonsum, abgefragt werden. Zudem gibt der Test individuell zugeschnittene Empfehlungen zur Senkung des Diabetes-Risikos. Er basiert auf deutschen Studiendaten und ist seit dem 28. Februar 2007 auf der Homepage des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam- Rehbrücke (DIfE) verfügbar.

"Als neues, präzises Screening-Werkzeug soll der Risiko-Score helfen, deutschlandweit mehr Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko oder einem unentdeckten Diabetes zu identifizieren, als dies bislang möglich ist. Eine flächendeckende Verbreitung und Anwendung des Tests könnte unter Umständen dazu beitragen, die Erkrankungs- und Mortalitätsrate zu senken", sagt Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des DIfE.

"Denn nur, wenn gefährdete Menschen sich ihres Risikos bewusst sind, können sie rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, um eine Manifestation der Krankheit und schwere Folgeschäden zu verhindern. Risikopersonen können mit dem Score ihre persönlichen Risikofaktoren bestimmen und dann deren Einfluss gezielt durch Änderung von Ernährungs- und Lebensweise vermindern. Damit kann der Ausbruch der Krankheit deutlich verzögert oder sogar verhindert werden."

Mehr als 25.000 Studienteilnehmer
Der Test basiert auf den Daten der Potsdamer EPIC-Studie mit 15.438 weiblichen und 9.729 männlichen Teilnehmern. Innerhalb der Studienpopulation erkrankten während der Beobachtungszeit 849 Personen an Typ-2-Diabetes.

"Die Teilnehmer- und Fallzahl der Studie sind sehr hoch. Zudem befragten wir die Studienteilnehmer bereits vor dem Auftreten der Erkrankung zu ihrem Lebensstil und ihren Ernährungsgewohnheiten. Damit erfüllen die Studiendaten als Grundlage des Tests wichtige Voraussetzungen und ermöglichen es, die bedeutsamsten Risikofaktoren, d. h. Taillenumfang und Alter, präzise und unverfälscht zu bewerten", äußert sich Matthias Schulze, der den deutschen Score maßgeblich mitentwickelte. "So waren wir nicht überrascht, dass eine wissenschaftliche Überprüfung unseres Tests in drei weiteren unabhängigen deutschen Studienpopulationen zu hervorragenden Ergebnissen führte."

"Der Deutsche Diabetes-Risiko-Score ist der erste Test seiner Art, der sich von einer deutschen Studienpopulation ableitet und definitiv dazu geeignet ist, bundesweit Personen mit einem hohen Diabetes-Risiko oder einem unentdeckten Diabetes zu identifizieren", kommentiert Joost. "Darüber hinaus informiert er individuell über erste Interventionsmöglichkeiten. Beispielsweise berechnet er, um wie viel Prozent eine Person ihr Risiko senken kann, wenn sie ihre Ernährung umstellt, Gewicht abnimmt, oder ihre körperliche Aktivität steigert."
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