Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Ältestes Sonnenobservatorium des amerikanischen Kontinents entdeckt
Türme der Chankillo-Zitadelle in Peru markieren den Sonnenstand
Archäologen haben in Peru das älteste Sonnenobservatorium des amerikanischen Kontinents entdeckt. Wie sie in der Zeitschrift „Science“ berichten, stimmen die Zinnen der Zitadelle in Chankillo exakt mit den Sonnenpositionen zu bestimmten Zeiten des Sonnenjahres überein.
Sonnenaufgang über Chankillo
Sonnenaufgang über Chankillo
© Ivan Ghezzi Sonnenaufgang über Chankillo
Chankillo ist eine sich über mehrere Quadratkilometer erstreckende Zeremonialanlage in der Küstenwüste Perus. Die im vierten Jahrhundert vor Christus errichtete Anlage krönt eine stark befestigte, 300 Meter lange Struktur auf dem Kamm eines Hügels mit 13 Türmen, verriegelten Toren und Zinnen. Unter Archäologen besteht seit Jahren eine Kontroverse darüber, ob diese Struktur ein Fort ist oder eine zeremonielle Bedeutung hat. Jetzt haben Archäologen von der Yale Universität und der Universität von Leicester diese Streitfrage geklärt. Die Wissenschaftler um Ivan Ghezzi konnte durch Vermessungen und Abgleich mit historischen Texten eindeutig belegen, dass die Struktur als Sonnenobservatorium gedient haben musste.

“Sonnenpfeiler“ am Horizont
„Wir haben seit Jahrzehnten aus archäologischen Artefakten und Dokumenten gewusst, dass die Inkas eine so genannte 'solare Horizont Astronomie' betrieben.“, erklärt Ghezzi. „Sie nutzt die Positionen der auf- und untergehenden Sonne um die Jahreszeit zu bestimmen. Wir wussten, dass die Inka-Astronomie schon weit fortgeschritten war und dass sie Gebäude als eine Art Landmarken einsetzten, um den Sonnenstand an Schlüsseldaten des Jahres festzustellen.“

Nach den Aussagen von Archivtexten, wurden “Sonnenpfeiler” am Horizont nahe Cusco genutzt, um Pflanzzeiten und Feste zu planen, doch diese Pfeiler sind verschwunden und ihre Position bleibt unbekannt. Jetzt haben Forscher erstmal handfeste Beispiele solcher Pfeiler entdeckt. Schon im Jahr 2001 waren Ghezzi die Positionen der 13 Türme der Zitadelle in Chankillo aufgefallen. „Seit dem 19. Jahrhundert schon gibt es die Spekulation, dass die Anordnung der 13 Türme eine astronomische Funktion gehabt haben könnte, aber keiner verfolgte das weiter”, so der Forscher. „Also haben wir gesagt: Jetzt untersuchen wir das.“

Funktionsweise des Sonnenobservatoriums
Funktionsweise des Sonnenobservatoriums
© Ivan Ghezzi Funktionsweise des Sonnenobservatoriums
Türme markieren den Sonnenstand
Zu ihrer großen Überraschung zeigten schon die ersten Vermessungen, dass ein Turm genau auf die Position der Sonne zur Sommersonnwende, ein anderer zur Wintersonnwende ausgerichtet war. Doch erst nach zahlreichen weiteren Vermessungen und Jahren von Feldarbeit konnten die Wissenschaftler eindeutig belegen, dass dies kein Zufall, sondern Folge einer gezielt geplanten Observatoriumsstruktur war.

„Chankillo liefert ein komplettes Set an Horizont-Markern – die 13 Türme – und zwei einzigartige und eindeutige Observatoriumspunkte“, erklärt Clive Ruggles, führender Experte für Sonnenastronomie von der Universität Leicester. „Die Tatsache, dass die Türme von diesen beiden Punkten aus genau die Bögen der aufgehenden und sinkenden Sonne markieren liefert das klarstmögliche Indiz dafür, dass sie tatsächlich dafür gebaut wurden, um die Sonnenstände während des Jahres verfolgen zu können.“

Chankillo-Zitadelle
Chankillo-Zitadelle
© Peru's National Aerophotographic Service (SAN) Chankillo-Zitadelle
Mit dieser Erkenntnis ist das Observatorium gleichzeitig das älteste, das jemals auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt worden ist. „Das 2.300 Jahre alte Sonnenobservatorium in Chankillo ist die älteste Struktur dieser Art. Im Gegensatz zu allen anderen Observatorien enthält sie Strukturen, die das gesamte Sonnenjahr abdecken”, so Ghezzi. „Es ist sogar 500 Jahre älter als für ähnliche Zwecke errichtete Monumente der Maya in Mittelamerika.“
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Zitadelle, Tempel, Archäologie, Sonnenjahres, Astronomie, Sonnwende, Sonnenstand, Inka, Maya
Weitere News zum Thema
Reissäcke schützen vor Erdbebenschäden (04.06.2009)
Neue Methode zur Stabilisierung des Mauerwerks entwickelt
Das wohl größte Puzzle der Welt (08.04.2008)
Virtuelles Modell der Berliner Bauakademie aus mehr als einer Million Einzelteile erstellt
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Dossiers zum Thema
Rätsel der Wissenschaft
Von ungelösten Fragen, verblüffenden Funden und "Missing Links"
Die Sieben Weltwunder
Monumente für die Ewigkeit?
Indianer
Riten, Mythen und Rätsel einer geheimnisvollen Kultur
Stadtgeschichte(n)
Eine Zeitreise in die Vergangenheit...
Von Urpferden und Flugmäusen
Die Ausgrabungen in Messel und Stöffel
Am Puls der Sonne
Schallwellen verraten solare Geheimnisse
News des Tages
Ältestes Sonnenobservatorium des amerikanischen Kontinents entdeckt
Symmetriebruch schaltet X-Chromosom ab
Online-Test sagt Diabetes-Risiko voraus
Gestörtes Protein-Teamwork schuld an gefährlicher Augenkrankheit
Foucault'sches Pendel erobert das Internet
Bücher zum Thema
Völker der Sonne
Versunkene Kulturen Südamerikas von Rene Oth
Rätsel der Archäologie
Unerwartete Entdeckungen - Unerforschte Monumente von Luc Bürgin
Tauchgang in die Vergangenheit
Unterwasser- archäologie in Nord- und Ostsee von Friedrich Lüth (Hrsg.)
Die Pyramiden
Mythos und Archäologie von Peter Janosi
Unbekanntes Afrika
Archäologische Entdeckungen auf dem Schwarzen Kontinent
Top-Clicks der Woche
1. Zucker macht Goldgewinnung "grün"
2. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
3. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
4. Die Minoer kamen nicht aus Afrika
5. Merkmale des seltensten chemischen Elements enträtselt