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Freitag, 20.01.2017
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Grummeln der Erde „übersetzt“

Seismisches Hintergrundgeräusch liefert wertvolle Informationen

Die Erde ist nie ganz still: Bewegungen im Untergrund, aber auch Schallwellen von der Oberfläche erzeugen Geräusche, die sich in der Erdkruste fortpflanzen. Dieses „Grummeln“ der Erde könnte, das haben jetzt niederländische Forscher herausgefunden, wertvolle Informationen über die Beschaffenheit und den Status des Untergrunds liefern, beispielsweise auch die Lage von Öl- und Gasfeldern verraten.
„Grummeln“ der Erde

„Grummeln“ der Erde

Wenn Schallwellen durch ein Medium wie die Erdkruste wandern, werden sie dabei in ihren Eigenschaften verändert. Werden sie aufgefangen, können sie unter bestimmten Voraussetzungen daher als Informationsträger genutzt werden. Mithilfe von Bodenmikrophonen und ein paar mathematischen Berechnungen kann aus dem seismischen Hintergrund-Grummeln so ein Signal gewonnen werden.

Im Gegensatz zu bisherigen Methoden, bei denen erst gezielt seismische Wellen erzeugt werden müssen, um den Untergrund zu untersuchen - beispielsweise im Rahmen der Suche nach Öllagerstätten -, nutzt die neue Methode der so genannten seismischen Interferometrie allein das ohnehin vorhandene Hintergrundgeräusch der Erde.

Entwickelt wurde die Idee für diese Methode zunächst von den Geophysikern Kees Wapenaar und Evert Slob von der Universität Delft gemeinsam mit ihrem Kollegen Roel Snider von der Colorado School of Mines. Sie demonstrierten theoretisch, dass das seismische „Grummeln“ für zahlreiche Zwecke genutzt werden könnte, darunter auch die Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern.


Ölfirmen an Verfahren interessiert


Jetzt haben die Forscher, ergänzt um den Kollegen Deyan Draganov, ihre Theorie auch in der Praxis getestet. In einer Wüstenregion im Mittleren Osten registrierten sie die Untergrundgeräusche mithilfe von Bodenmikrophonen und schafften es dank spezieller Berechnungen, daraus Daten über das Reflektionsverhalten der seismischen Wellen zu extrahieren. Es gelang ihnen damit nicht nur, oberflächliche Schallwellen auszuwerten, sondern auch Signale aus größeren Tiefen.


Erste Ölfirmen, darunter auch Shell, die einen Teil der Kosten für diese Versuche trug, sind bereits sehr an dem neuen Verfahren interessiert. Die Ergebnisse der Tests wurden jetzt in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht.
(Universität Delft, 28.02.2007 - NPO)
 
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