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Dienstag, 30.05.2017
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Affen-Virus an Krebsentstehung beteiligt?

SV40 in Tumoren bei non-Hodgkin-Lymphom nachgewiesen

Die Hinweise auf eine Verbindung zwischen einem Affen-Virus und einigen Krebsarten beim Menschen verdichten sich. DNA des Virus SV40 (Simian Virus 40) konnte in 33 von 55 Tumoren von Patienten nachgewiesen werden, bei denen kürzlich ein non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde.
Laut Felipe Samaniego vom MD Anderson Cancer Center wurde eine starke Verbindung gefunden. Jetzt stellt sich laut NewScientist die Frage, ob die Virus DNA eine unbeteiligte Anwesende ist oder ob sie eine Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt. Die Forschungsergebnisse wurden auf dem Jahrestreffen der American Association for Cancer Research präsentiert.

Menschenaffe

Menschenaffe

Die DNA des Virus konnte nicht nur bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer nachgewiesen werden. Zusätzlich war in vielen Fällen ein Gen aktiviert, das ein Protein kodiert, das bei jenen Krebserkrankungen eine Rolle spielte, die das Virus bei Nagetieren auslöst. Das ist laut dem SV40-Experten Regis Vilchez vom Baylor College of Medicine ein verräterischer Hinweis auf durch ein Virus verursachte Krebserkrankungen. Seine letzten Forschungen haben gezeigt, dass 23 Prozent von 115 Patienten mit Lymphomen das Virus in sich trugen. Bei keinem Teilnehmer der gesunden Kontrollgruppe konnte SV40 nachgewiesen werden. Vilchez geht jedoch davon aus, dass für die Herstellung eines ursächlichen Zusammenhanges noch mehr Beweise gefunden werden müssen.

Nicht jeder mit SV40 Infizierte erkrankt an einem Lymphom. Samaniego geht daher davon aus, dass der Körper die Infektion so lange kontrolliert, bis ein transformierendes Ereignis wie eine andere Erkrankung eintritt. Dann könne sich das Virus reaktivieren und in der Folge Krebs verursachen. Ein Protein des Virus, das so genannte T-ag (large tumor antigen), könnte diesen Vorgang durch das Abschalten der tumorunterdrückenden Proteine p53 und pRb vervollständigen. Gibt es eine Verbindung zu Krebserkrankungen beim Menschen, könnte eine Zerstörung des Virus zur Verhinderung oder Behandlung von non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt werden.


Es wird angenommen, dass das Virus durch verunreinigte Polioimpfstoffe in den späten 50er- oder frühen 60er-Jahren auf den Menschen übertragen wurde. Diese Impfstoffe wurden aus den Nierenzellen von infizierten Rhesusaffen gewonnen. Weltweit dürften rund 100 Mio. Menschen diese Impfstoffe erhalten haben. Bis jetzt wurde SV40 bei Menschen aus Amerika, Südeuropa und Japan nachgewiesen. Infizierte Menschen können das Virus mit ihrem Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen. Im vergleichbaren Zeitraum hat sich das Aufkommen von non-Hodgkin-Lymphomen ohne derzeit gültige Erklärung nahezu verdoppelt.
(Pressetext Europe, 01.04.2004 - NPO)
 
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