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Mittwoch, 18.10.2017
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Parkinson: 2030 doppelt so häufig

Rasanter Anstieg innerhalb der nächsten Generation prognostiziert

Parkinson ist bereits jetzt eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Doch innerhalb der nächsten Generation wird sich die Zahl der Erkrankten in den 15 größten Ländern der Erde verdoppeln. Das ergab eine neue, jetzt in der Fachzeitschrift Neurology erschienene Studie. Insbesondere die Entwicklungsländer sind darauf jedoch nur schlecht vorbereitet.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Für seine Studie untersuchte der Neurologe Ray Dorsey gemeinsam mit Kollegen von der Universität von Rochester das prognostizierte Bevölkerungswachstum in den fünf größten Ländern Europas (Frankreich, Spanien, Deutschland, Großbritannien und Italien) und den zehn bevölkerungsreichsten Ländern weltweit. Nach Altersgruppen getrennt analysierten die Forscher dann die Krankheitshäufigkeit in jedem Land bis zum Jahr 2030. Es zeigte sich, dass sich insgesamt die Zahl der an Parkinson erkrankten Menschen von 4,1 Millionen heute auf 8,7 Millionen im Jahr 2030 mehr als verdoppeln wird. Den größten Zuwachs stellten die Wissenschaftler dabei in den Entwicklungsländern Asiens fest.

„Die Mehrheit des Zuwachses der Parkinsonkrankheit wird sich in den nächsten 25 Jahren nicht in Europa und den USA ereignen, sondern in Ländern wie China, wo Parkinson bisher nicht als größeres Gesundheitsproblem angesehen wurde“, erklärt Dorsey. „Zudem wird sich dieser Anstieg in Gesellschaften ereignen, in der es eine sehr begrenzte Infrastruktur für die Diagnose von Erkrankten gibt, ganz zu schweigen von einer Abdeckung ihrer medizinischen Bedürfnisse oder den gesellschaftlichen Auswirkungen.“

Entwicklungsländer: Keine Infrastruktur für Erkrankte


Parkinson ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, die besonders die Bewegungsfähigkeit und auch das Laufen stark und fortschreitend einschränkt. Zwar können die Symptome durch eine Kombination bestimmter Wirkstoffe gemildert und das Fortschreiten der Krankheit so etwas gebremst werden, genau diese Mittel sind jedoch in Entwicklungsländern in der Regel nicht vorhanden oder gebräuchlich. Dorsey und seine Kollegen stellten bei Befragungen in Bolivien beispielsweise fest, dass keiner der dort angetroffenen Parkinsonkranken jemals bei einem Arzt gewesen war.


Die Zunahme der Parkinson-Fälle weltweit sind in erster Linie Folge der immer höheren Lebenserwartung. Schlüsselfaktor ist, das zeigte auch die aktuelle Studie, nicht das generelle Bevölkerungswachstum sondern die Anzahl der Menschen über 65 Jahren.

„Das Verständnis und die Prognose von chronischen Erkrankungen ist entscheidend für die zukünftige Gesundheits-, Sozial-, und Wirtschaftspolitik“, erklärt Dorsey. „Die Herausforderung für die sich entwickelnden Länder ist es, dass sie zurzeit noch nicht einmal die Infrastruktur besitzen um mit der noch vergleichsweise geringen Anzahl der Erkrankten umzugehen.“
(University of Rochester Medical Center, 30.01.2007 - NPO)
 
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