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Freitag, 10.02.2012
Immer mehr Todeszonen in den Weltmeeren
Warnung vor Zuspitzung auf dem Umweltgipfel in Südkorea
Die Zahl der so genannten Todeszonen in den Weltmeeren nimmt ständig zu, einige von ihnen sind bereits 70.000 Quadratkilometer groß. In diesen Regionen kann wegen Sauerstoffmangels so gut wie kein Leben existieren. Seit 1990 hat sich ihre Zahl auf 150 verdoppelt. Die UN bezeichnet dieses Phänomen als eines der größten Umweltprobleme.

Meer - bedrohte Umwelt
Meer - bedrohte Umwelt
© IMSI MasterClips
Zum Auftakt eines internationalen Umweltgipfels auf der südkoreanischen Ferieninsel Jeju warnte der Leiter des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, vor einer bedrohlichen Zuspitzung der Lage. EinigeTodeszonen breiteten sich dem am Montag vorgestellten UN-Jahrbuch zufolge inzwischen auf eine Fläche von 70.000 Quadratkilometern aus. Als Gründe für ihr Entstehen nannte Töpfer Düngemittel, Vermüllung und die Wasserverschmutzung durch Fabriken und Fahrzeuge.

Durch den frei gesetzten Stickstoff bildeten sich Algen, die bei ihrem Absterben den Sauerstoff aufbrauchten. Die Menschheit habe ein gigantisches globales Experiment in Gang gebracht, sagte Töpfer. Wenn die Ursachen des Problems nicht umgehend scharf bekämpft würden, werde es "wahrscheinlich rasch eskalieren". So seien Fischbestände durch die Todeszonen bereits stärker gefährdet als durch Überfischung, warnte UNEP-Mitarbeiterin Marion Cheatle. Denn sie breiteten sich in Küstengewässern vor allen Kontinenten außer Afrika aus, und in Küstennähe hielten sich die meisten Fischschwärme auf. Die UNEP drängte die Staaten zur Zusammenarbeit, um den Stickstoffausstoß in die Weltmeere zu verringern.

Die Häufung von Sand- und Staubstürmen sowie Wasserknappheit wurden bei dem dreitägigen Gipfel als weitere drängende Probleme genannt. Dem UNEP-Jahrbuch über globale Umweltprobleme zufolge ist ein Drittel der Weltbevölkerung binnen Jahrzehnten von chronischem Wassermangel bedroht, wenn der Zugang zu Trinkwasser nicht durch grenzüberschreitende Anstrengungen sicher gestellt wird. Die Umweltminister von mehr als 150 Staaten reisten zu dem Gipfel nach Jeju. Dort soll die Grundlage für einen Maßnahmenkatalog bereitet werden, der auf der 12. UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in New York im kommenden Monat beschlossen werden soll.
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