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Montag, 16.01.2017
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Neue genetische Komponente für Alzheimer-Entstehung entdeckt

Zusammenhang zwischen SQRL1 und spät einsetzender Form der Demenzerkrankung

Noch immer sind die Ursachen von Alzheimer weitestgehend ungeklärt. Jetzt hat ein internationales Forscherteam ein neues Puzzleteil im Entstehungsrätsel dieser Demenzerkrankung entdeckt: Ein Gen, dessen Mutationen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der spät einsetzenden Variante der Alzheimer-Krankheit spielen könnte.
DNA

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An der Studie unter der Leitung von Richard Mayeux von der Columbia Universität, Lindsay Farrer von der Boston University und Peter St. George-Hyslop, von der Universität von Toronto waren 14 Forschungseinrichtungen weltweit und mehr als 6.000 Freiwillige beteiligt, die Blut für eine Genanalyse spendeten. Stand des Wissens bisher ist, dass ein Amyloid Vorläuferprotein, das so genannte APP, in Amyloid-Beta-Fragmente zersetzt wird, die im Gehirn Plaques bilden. Ihre Suche nach genetischen Einflüssen begannen die Forscher daher bei einer Gruppe von Proteinen, die das APP innerhalb der Zellen transportieren. Hier suchten sie gezielt nach kleinen Veränderungen und Mutationen in sieben Genen.

“Wir verstehen noch nicht völlig, was die Alzheimer-Krankheit verursacht, aber wir wissen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen können”, erklärt Richard J. Hodes, Leiter des National Institute für Aging der amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH. „Wissenschaftler haben bisher drei Gene identifiziert, deren Varianten ein frühes Einsetzen von Alzheimer auslösen können und eines, dass das Risiko für die späte Form erhöht.“

Veränderungen in allen ethnischen Gruppen nachgewiesen


Im Rahmen der aktuellen Studie durchkämmten die Wissenschaftler zunächst die genetische Information von Familien, in denen mindestens eine Person an Alzheimer erkrankt war. Schon bald kristallisierte sich das Gen SORL1 als ein möglicher Kandidat für entscheidende Einflüsse heraus, die Veränderungen in den anderen sechs untersuchten Genen dagegen schienen keine weiteren Folgen zu haben.


Dann weiteten die Wissenschaftler ihre Suche auch auf die genetischen Daten von Familien anderer Herkunftsgebiete und ethnischer Gruppen aus. Wieder zeigte sich der gleiche Zusammenhang zwischen SQRL1-Variation und Alzheimer. „Wir sehen den Einfluss des Gens in zahlreichen Datensätzen, über ethnische und rassische Grenzen hinaus“, erklärt Farrer. Insgesamt entdeckten die Wissenschaftler 29 Varianten des Gens. In den jeweils relativ kurzen Genabschnitten könnten, so die Annahme, krankmachende Veränderungen liegen.

SQRL1 beeinflusst Amyloid-Beta-Produktion


Unterstützt wurden diese genetischen Daten durch Laborexperimente, in denen die Rolle von SQRL1 für die Bildung der Beta Amyloid-Fragmente belegt wurde. Bei der Untersuchung von Blutzellen von Menschen mit und ohne Alzheimer lag die SQRL1-Konzentration bei Alzheimerpatienten um mehr als die Hälfte niedriger als bei den Gesunden. In den Laborexperimenten veränderte die Konzentration des Proteins den Transport des AP in den Zellen. Niedrige SQRL1-Konzentrationen riefen eine höhere Produktion von Amyloid-Beta-Fragmenten hervor.

Die Forscher betonen jedoch, dass auch andere genetische und nicht-genetische Faktoren die SQRL1-Produktion im Menschen beeinflusst, so dass noch mehr Forschung nötig ist, um zu bestimmen wie die unterschiedlichen Versionen des SQRL1-Gens die Entstehung der schädlichen Proteinfragmente beeinflusst. „Diese Entdeckung liefert uns ein komplett neues genetisches Indiz über die spät einsetzende Form dieser komplexen Erkrankung. Wir sind sehr gespannt darauf, die Rolle dieses Gens weiter zu erforschen“, so Hodes.
(NIH/National Institute on Aging, 15.01.2007 - NPO)
 
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