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Dienstag, 17.10.2017
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Mit COROT auf Planetenjagd

Neue Raumfahrtmission startete von Baikonur aus ins All

Über 200 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben Astromomen bereits mit bodengestützten Observatorien aufgespürt. Jetzt geht die Fahndung nach solchen Exoplaneten von der Erdumlaufbahn aus weiter. Denn am 27. Dezember 2006 startete die Weltraum-Mission COROT um 15.23 Uhr mitteleuropäischer Zeit an Bord einer Sojus-Trägerrakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus ins All. Sie wird systematisch nach Exoplaneten suchen, die um andere Sterne kreisen. Das neue Weltraumteleskop hat aber auch die Aufgabe, die Geheimnisse des Innenlebens von Sternen so präzise zu erforschen, wie nie zuvor.
Weltraum-Mission COROT

Weltraum-Mission COROT

COROT steht für „Convection Rotation and planetary Transits“ („Konvektionsrotation und Planetentransits“). Diese Bezeichnung beschreibt die wissenschaftlichen Ziele der Mission, die unter der Leitung der französischen Raumfahrtagentur CNES steht. Die Wörter „Konvektion“ und „Rotation“ beziehen sich auf die Fähigkeit des Satelliten, mithilfe der Untersuchung der akustischen Wellen auf der Oberfläche von Sternen - einer Technik, die unter dem Namen „Asteroseismologie“ bekannt ist - deren Innenstruktur zu erforschen.

„Transit“ dagegen verweist auf eine Methode, mit der die Präsenz eines um einen Stern kreisenden Planeten dadurch abgeleitet werden kann, dass das Sternenlicht durch den vorbeiziehenden Planeten verdunkelt wird. Zur Erfüllung seiner Missionsziele wird COROT mit seinem 30-cm-Teleskop auf seiner Reise circa 120.000 Sterne beobachten.

COROT wird eine umfassende neue Suche nach extrasolaren Planeten durchführen. Seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten 51 Pegasi b im Jahre 1995 wurden über 200 solcher Planeten außerhalb unseres Sonnensystems mit bodengestützten Observatorien aufgespürt. Die Hoffnung ist groß, dass das COROT-Teleskop während der auf zweieinhalb Jahre angelegten Mission noch auf zahlreiche weitere Planeten stoßen und unsere Erkenntnisse auf noch kleinere Planeten ausweiten wird.


Sternbeben auf der Spur


Die Wissenschaftler erwarten, dass es sich bei vielen der Planeten, die COROT erspähen wird, um so genannte „Hot Jupiters“ (Gasriesen) handeln wird. Eine unbekannte Prozentzahl werden vermutlich felsige Planeten sein, die höchstens einige Male so groß wie die Erde oder sogar kleiner sein könnten. Sollte COROT auf solche Planeten stoßen, werden diese eine neue Gattung bilden.

Bei der Beobachtung eines Sterns wird COROT zudem in der Lage sein, „Sternbeben“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um akustische Wellen, die tief im Inneren eines Sterns erzeugt werden und Wellen auf dessen Oberfläche auslösen, wodurch sich seine Helligkeit verändert. Über die Beschaffenheit dieser Wellen können Astronomen die genaue Masse, das Alter und die chemische Zusammensetzung eines Sterns berechnen.

Die COROT-Mission wurde bereits 1996 vom CNES vorgeschlagen. 1999 wurde eine Ausschreibung zur Suche potenzieller europäischer Partner veranstaltet. Im Jahr 2000 gab das CNES, unter dessen Federführung die Mission nun durchgeführt wird, grünes Licht für den Bau des Satelliten. Die internationalen Partner sind die ESA, Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich und Spanien. Ihre Beteiligung reicht von der Bereitstellung von Gerät für Bodenstationen über die zusätzliche bodengestützte Beobachtung der von COROT untersuchten Himmelskörper bis hin zur Auswertung der wissenschaftlichen Daten.

Teleskop im Herzen des Satelliten


Der ESA kommt bei dieser Mission eine entscheidende Rolle zu. Sie lieferte die optischen Elemente des Teleskops im Herzen des Satelliten und führte Nutzlasterprobungen durch. Die Blende des Teleskops wurde von einem Team im ESA-Technologiezentrum ESTEC entwickelt. Zudem stellte die ESA die Einheiten zur Datenverarbeitung an Bord des Satelliten bereit.

Im Laufe dieser internationalen Zusammenarbeit wurden in einem offenen Wettbewerbsverfahren mehrere europäische Wissenschaftler als Co-Experimentatoren ausgewählt. Sie stammen aus Dänemark, Portugal, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Aufgrund der Beteiligung der ESA an dieser Mission erhalten die Wissenschaftler aus den ESA-Mitgliedstaaten ebenfalls Zugang zu den wissenschaftlichen Daten von COROT.
(ESA, 27.12.2006 - DLO)
 
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