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Donnerstag, 27.07.2017
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Deo beeinflusst Genaktivität von Hautbakterien

Neue Generation von Körperpflegeprodukten in Sicht?

Deos gehören längst zu unserem Alltag. Sie sollen unangenehmen Schweißgeruch verhindern, indem sie die Mikrobenflora unserer Achselhöhle beeinflussen. Aber wie wirken sie? Um dies zu beantworten, haben Genforscher eine Messmethode entwickelt, mit der es möglich ist, die Wirkung von Deodorant-Inhaltsstoffen auf bakterielle Hautbewohner zu testen.
Deos

Deos

Die menschliche Haut ist dicht besiedelt mit Bakterien und Pilzen. Diese Mikroorganismen machen nicht krank und sind häufig sogar nützlich, wenn sie sich günstig auf die Eigenschaften der Haut auswirken oder Krankheitserreger fernhalten. Je nach Hautregion kann die Anzahl der Mikroorganismen sehr unterschiedlich sein. So leben in der Achselhöhle zirka zwei Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter. Diese Bakterien vermehren sich ständig und ernähren sich dabei unter anderem von Substanzen, die sich auf der Hautoberfläche befinden.
Dabei verwerten einige Bakterien auch die auf der Haut vorkommenden Fettsäuren als Nährstoffe.

Beim Abbau der Fettsäuren entstehen chemische Verbindungen, die von den Mikroorganismen nicht mehr verwertet werden und zum Teil für unangenehmen Schweißgeruch verantwortlich sind. Dieser alltäglichen Erfahrung wird mit der Anwendung von Körperpflegeprodukten und Deodorants begegnet. Deodorants verhindern die Entstehung von Schweißgeruch, indem sie die übermäßige Vermehrung von Hautbakterien hemmen.

Erbinformation eines Hautbakteriums entschlüsselt


Bereits im Vorfeld der aktuellen Studie war es den Genomforschern der Universität Bielefeld, Andreas Tauch und Professor Alfred Pühler gelungen, die vollständige Erbinformation eines bakteriellen Hautbewohners zu entschlüsseln. Hierbei handelt es sich um das Bakterium Corynebacterium jeikeium, das vorzugsweise die menschliche Achselhöhle besiedelt. Die vollständige Erbinformation des Hautbewohners besteht aus einem ringförmigen Chromosom mit nur 2,4 Millionen Basenbausteinen, aus deren Abfolge sich durch computergestützte Analysen rund 2100 Gene vorhersagen ließen.


Die Auswertung der Genomdaten deutete darauf hin, dass sich Corynebacterium jeikeium normalerweise von Fettsäuren der menschlichen Haut ernährt und durch die Umsetzung von Sekreten der Achselhöhle auch an der Entstehung des Schweißgeruches beteiligt sein kann.

Deodorantwirkstoffe verändern Genaktivität


Den Bielefelder Forschern ist es nun gelungen, die Auswirkungen eines Deodorantwirkstoffes auf die Erbinformation von Corynebacterium jeikeium zu bestimmen, woraus sich völlig neue Wege für die Entwicklung von Deodorants ergeben. Ihre experimentellen Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der Dezemberausgabe der internationalen Fachzeitschrift Journal of Biotechnology der Öffentlichkeit vor.

Für die Messungen nutzen die Forscher die zuvor entschlüsselte Erbinformation von Corynebacterium jeikeium. Von den vorhergesagten Genen wurden jeweils kurze Stücke an eine nur wenige Quadratzentimeter große Glasoberfläche gebunden. Mit diesem so genannten Mikroarray war es möglich, zahlreiche Veränderungen in der Aktivität der Erbinformation des Hautbewohners nachzuweisen, nachdem dieser einem Deodorantwirkstoff ausgesetzt war. Die erzielten Ergebnisse sollen nun in einer breit angelegten Studie im Detail nachgeprüft und vertieft werden. Unterstützt wird diese Arbeit vom Deohersteller Unilever.
(Universität Bielefeld, 18.12.2006 - NPO)
 
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