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Sonntag, 22.01.2017
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Neuer Impfstoff gegen Alzheimer?

EU-Projekt untersucht weiteren Angriffspunkt zur Bekämpfung der Krankheit

Ein neuer Angriffspunkt für eine Alzheimer-Impfung steht im Mittelpunkt des EU-Projekts MimoVax. Die Wissenschaftler wollen ein Serum entwickeln, das modifizierte Formen des Alzheimer verursachenden Beta-Amyloides angreift. Zusätzlich werden neue Diagnose-Methoden entwickelt, die eine präzise Analyse des Impferfolges erlauben.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

"Alzheimer wird von Ablagerungen des Beta-Amyloid-Peptides verursacht. Zu diesen auch als Plaques bezeichneten Ablagerungen kommt es, wenn sich Teile eines körpereigenen Proteins von der Oberfläche von Nervenzellen lösen und miteinander verklumpen. Ein hoher Anteil dieser abgelösten Peptide, der Beta-Amyloide, besteht aus 40 oder 42 Aminosäuren. Der erste von Affiris entwickelte Impfstoff richtet sich genau gegen diese Peptidform und trägt dazu bei die Plaques abzubauen.", erklärt Dr. Frank Mattner vom österreichischen Unternehmen Affiris GmbH, das das Projekt koordiniert. Dieser Impfstoff wird schon in den nächsten Monaten bei ersten Patienten angewendet.

MimoVax verfolgt nun eine zusätzliche Strategie. Im Rahmen des Projekts wird untersucht, ob es auch gelingt eine Immunreaktion gegen andere - seltenere - Formen des Beta-Amyloides zu provozieren. Tatsächlich bestehen nicht alle Peptide in den Plaques aus 40 oder 42 Aminosäuren. Denn mechanischer Stress oder Enzyme können den Abbau oder die chemische Veränderung einiger Aminosäuren verursachen. Obwohl sich diese modifizierten Peptide auch als Angriffspunkte für Impfstoffe eignen, wurde bisher noch kein entsprechendes Entwicklungsprogramm gestartet. MimoVax ändert das nun.

Neue Technologie erlaubt punktgenaue Immunreaktion


Entscheidend ist eine Technologie, die es erlaubt ein grundlegendes Problem von Impfstoffen gegen degenerierte Proteine des menschlichen Körpers - wie zum Beispiel das Beta-Amyloid - zu umgehen: Die Auto-Immunreaktion. Durch geschickte Auswahl der richtigen zur Impfung verwendeten Peptide erlaubt die so genannte Mimotop-Technologie eine punktgenaue Immunreaktion nur gegen die degenerierte Form des Proteins ­ ohne die natürliche Form anzugreifen. Ein Prinzip, das sich bereits bei dem ersten Impfstoff bewährt hat.


Im Rahmen von MimoVax wird in den nächsten drei Jahren sowohl die präklinische als auch die erste klinische Phase der Entwicklung des neuen Impfstoffes durchgeführt. Dabei koordiniert Affiris eine Gruppe von drei weiteren Industrie-Unternehmen, zwei Universitätsinstituten und einer Klinik in Österreich, Deutschland und Spanien. Gemeinsam arbeiten in dieser Gruppe 20 Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die sich bereits im Oktober zu einer ersten Arbeits-Konferenz in Wien treffen werden.
(PR&D - Public Relations for Research & Development, 13.12.2006 - DLO)
 
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