Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 09.02.2012
Noch immer Acrylamid in Lebkuchen
Spannbreite der Belastung extrem hoch
Alle Jahre wieder kommt die Acrylamid-Meldung, so auch dieses Jahr: Weihnachtsgebäck ist nach neuen Tests der Verbraucherorganisation
foodwatch noch immer sehr unterschiedlich mit der krebsverdächtigen Substanz Acrylamid belastet. Einige Produkte enthalten 60-mal mehr Acrylamid
als die am wenigsten belasteten Produkte.


Lebkuchen
Lebkuchen
© MMCD
"Unsere Tests zeigen, dass Lebkuchen inzwischen fast Acrylamid-frei hergestellt werden kann. Trotzdem unternimmt die Bundesregierung nichts gegen jene Hersteller, die den Verbrauchern unnötig hohe Belastungen mit Acrylamid zumuten", kritisierte Barbara Hohl. Das gefährde die Gesundheit der Verbraucher und benachteilige diejenigen Hersteller, die sich um möglichst niedrige Acrylamidwerte bemühten, so die Sprecherin von foodwatch.

Insgesamt 19 Produkte hat die Organisation in diesem Jahr untersucht. Ein Drittel der Lebkuchen enthält mehr Acrylamid als im Vorjahrestest. Am schlechtesten schneiden "Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen" der Firma Frenzel mit 686 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm ab. Auch Produkte der Markenhersteller Bahlsen und Lambertz liegen zum Teil weit über dem Acrylamidwert des Testsiegers. Dieser "Feinste Nürnberger Elisen-Lebkuchen" des Discounters Lidl enthält nur elf Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Bei den untersuchten Spekulatius liegt der Testverlierer bei 348 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Der Lidl-Gewürzspekulatius ist damit elfmal so hoch belastet wie ein Butterspekulatius der Firma Borggreve mit 30 Mikrogramm.

Für Lebkuchen gilt ein offizieller Signalwert von 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm, für Spekulatius einer von 560. Wird dieser Wert überschritten, soll der Hersteller versuchen, den Gehalt zu minimieren. Der Signalwert gibt die Grenze zu den zehn Prozent am stärksten belasteten Produkten einer Lebensmittelgruppe an.

foodwatch forderte anlässlich der Ergebnisse des Tests eine Acrylamid-Kennzeichnung von Lebensmitteln. "Die Verbraucher können sich nicht durch den Einkauf gering belasteter Produkte schützen, weil die Messwerte nicht bekannt gegeben werden", sagte Barbara Hohl. Statt durch Öffentlichkeit Druck auf die Hersteller auszuüben, kreiere die Bundesregierung viel zu hohe Signalwerte. Diese richteten sich nach den schlechtesten Produkten statt nach den besten und seien wirkungslos, kritisierte die Diplombiologin.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Acrylamid, Lebkuchen, TEst, BElastung, GRenzwerte, Spannbreite, Weihnachtsgebäck, SPekulatius, GEsundheit, KRebs, Krankheit, SCHadstoffe
Weitere News zum Thema
Weniger Acrylamid in Weihnachtskeksen (03.12.2008)
foodwatch veröffentlicht neue Testergebnisse
Neuer Krebsauslöser in Pommes frites entdeckt (19.08.2008)
Wissenschaftler weisen gefährliches Glycidamid in Kartoffelprodukten nach
Wieder mehr Acrylamid in Weihnachtsgebäck als nötig (04.12.2007)
foodwatch: Gute Herstellungspraxis muss Maßstab werden
Acrylamid: Rote Karte für teure Chips (07.08.2007)
foodwatch: Stapelchips "Pringles Paprika" erschreckend hoch belastet
Nur Teilentwarnung bei Acrylamid (12.01.2007)
Acrylamidbelastung sinkt bei Kaffee und Kaffeeersatz deutlich
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Functional Food
Fitmacher oder Mogelpackung?
Allergien
Wenn die Abwehr Amok läuft...
Lebensmittelallergien durch Gen-Food?
Die Risikoabschätzung und ihre Grenzen
News des Tages
Sumatra: Nächster Tsunami noch vor 2040?
Forscher lassen Mäuse länger leben
Diabetes weltweit außer Kontrolle?
Wie Schwarze Löcher ihren Hunger stillen
Noch immer Acrylamid in Lebkuchen
Verständnisvolle Computer als Prüfer?
Nanoschicht für freie Sicht
Bücher zum Thema
Die Suppe lügt
Die schöne neue Welt des Essens von Hans-Ulrich Grimm
Nahrungsmittel- Allergien
Ratgeber von Claudia Thiel
Top-Clicks der Woche
1. Wie der Maulwurf zu zwölf Fingern kommt
2. Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt
3. Supervulkane werden schnell wieder aktiv
4. Erster Nano-Blick in das lebende Gehirn
5. Tempolimit auf dem Quanten-Highway