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Samstag, 25.03.2017
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Weltreise im Sofasessel

Neuer Bildband „Die Erde – Planet der Extreme“ von Marco Majrani

Einer wahren Tour de Force nach dem Motto „in 184 Seiten um die Erde“ gleicht der großformatige Bildband „Die Erde – Planet der Extreme“ von Marco Majrani. Doch nicht ermattet und überflutet bleibt der Leser zurück, sondern neugierig – neugierig auf mehr Erde. Denn mit seiner Mischung aus Bildband und Lehrwerk schafft es der italienische Fotograf und Wissenschaftsjournalist, eine Vielfalt von Phänomenen so spannend und faszinierend anzureißen, dass der Wunsch bleibt, mehr zu lernen, mehr zu erfahren.
Cover "Die Erde - Planet der Extreme"

Cover "Die Erde - Planet der Extreme"

Was Majrani zwischen die Buchdeckel gepackt hat, erhebt nicht den Anspruch ein vollständiger Abriss über die geologischen, biologischen, chemischen und physikalischen Prozesse der Erde zu sein – das schafft ja kaum ein Lehrbuch. Aber es ist trotzdem wesentlich mehr als ein dekorativer Bildband. Was er bietet, ist eine faszinierende und lehrreiche Reise durch Prozesse und Phänomene des Planeten Erde, die bequem im Sessel sitzend angetreten werden kann. Faszinierende Bilder, ergänzt durch kurze Texte, erzählen in Highlights von der Entstehung und Dynamik der Erde, der Welt der Mineralien, von Fossilien und Erdzeitaltern und führen durch die verschiedenen Lebensräume. Besonders ausführlich wird das Thema Vulkanismus behandelt. Nicht immer wird ersichtlich, nach welchen Kriterien die Auswahl und die Gruppierung erfolgte. Doch das stört nicht lange, da die Art der Präsentation so gekonnt und anders ist, dass die Neugier ständig aufs Neue gereizt wird.

Dies liegt nicht nur an den beeindruckenden Fotos – häufig vom Autor selbst – den anschaulichen Grafiken und gut verständlichen Texten, für ein Werk dieser Art eigentlich Standard. Besonders ist die textliche Nähe zum Leben des Lesers, die gekonnte Auswahl der Beispiele. Der größte Charme des Buches entsteht allerdings durch die vielen nach oben aufklappbaren Doppelseiten. Dass bloße Umblättern der Seiten gibt dem Leser dabei schon ein wenig das Gefühl des Entdeckens. Da jede Doppelseite jeweils ein geschlossenes Ganzes ergibt, geht die Information nicht sehr tief, liefert aber für Laien einen Einblick in den Stand der Wissenschaft von der Erde. Die weiterführenden Buchtipps und kommentierten Internetadressen eignen sich, da zum Teil auf Englisch und zu wissenschaftlich leider nicht alle um den Appetit auf mehr zu stillen. Ein Glossar verwendeter Begriffe und eine Liste mit geografischen Rekorden – vom längsten Fluss bis zum größten Hagelkorn runden das Buch ab.

Fazit:


Schmökern eindeutig erlaubt! Ein Buch, in dem auch gut zu zweit entdeckt werden kann, nicht nur aufgrund des Formats, sondern auch aufgrund der kurzen, prägnanten Texte. Als klassisches Nachschlagewerk allerdings eher nicht geeignet, da die Informationen zu stichpunktartig sind. Trotzdem ein Buch, das sich auf jeden Gabentisch sehen lassen kann und bei interessierten Laien sicherlich auf Begeisterung stoßen wird.


Die Erde – Planet der Extreme
von Marco Majrani
Bildband 184 Seiten, 6 Altarpfalze, 22 Octavius Aufklapptafeln
350 Farb- und s/w-Fotos
Fredeking und Thaler Verlag, München
50 Euro
ISBN 3-89405-633-9

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(Kirsten Achenbach, Marum – DFG-Forschungszentrum Ozeanränder, 04.12.2006 - AHE)
 
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