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Mittwoch, 22.03.2017
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Neuer Meeres-Einzeller entdeckt

Bislang unbekannte Foraminiferen-Art am Kontinentalhang identifiziert

Vor genau zehn Jahren gelang es zum letzten Mal, eine neue Art von Kalk bildenden Foraminiferen zu finden, die am Meeresboden des oberen Ozeans lebt. Doch nun ist dies Forschern am IFM-GEOMAR erneut gelungen. Über ihren Fund berichten sie in der internationalen Fachzeitschrift "Journal of Foraminiferal Research".
„Uvigerina celtica“ unterm Mikroskop

„Uvigerina celtica“ unterm Mikroskop

Benthische Foraminiferen sind mit den Amöben verwandte Einzeller. Sie kommen in allen marinen Lebensräumen vor, von den Salzwiesen im Watt bis zu den lichtlosen Ebenen der Tiefsee. Foraminiferen sind mit circa mit 4.000 rezenten Arten sind die Foraminiferen eine sehr vielfältige Gruppe von Organismen. Da die meisten Arten ein widerstands- und erhaltungsfähiges Gehäuse aus Kalk oder zusammengefügten Sedimentpartikeln bilden, waren sie schon seit den Anfängen der Mikroskopie im 18. Jahrhundert Gegenstand systematischer Untersuchungen. Ihre gegenwärtige Artenvielfalt ist deshalb recht gut bekannt, im Gegensatz zu vielen anderen Organismengruppen der Tiefsee.

„Uvigerina celtica“ am Meeresgrund


Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) gelang es vor kurzem in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel, sowie den Universitäten München und Utrecht eine neue Art nachzuweisen. Uvigerina celtica heißt das Kleinstlebewesen, ist am europäischen und nordafrikanischen Kontinentalhang weit verbreitet und kommt in 70 bis 700 Meter Wassertiefe vor.

Die Forschergruppe setzte unterschiedliche Methoden ein, um den Nachweis zu erbringen. So analysierten Kollegen der Universität Utrecht den genetischen Code und hinterlegten ihn in internationale Datenbanken. Der genetische Fingerabdruck diente, neben der Ermittlung ihrer Verbreitung und Merkmalen des Körperbaus, der Identifizierung von Uvigerina celtica. „Das ist schon ein wenig Detektivarbeit. Wir konnten auf hunderte Oberflächensedimentproben aus dem Atlantik zurückgreifen, die an Kieler Instituten seit den 1930er Jahren systematisch gesammelt und aufbewahrt werden.“, erzählt „Entdecker“ Dr. Joachim Schönfeld vom IFM-GEOMAR, der seinen Fund kürzlich in einer internationalen Fachzeitschrift vorstellte. Die Arbeit wurde im Rahmen des EU Projektes HERMES (Hotspot Ecosystem Research on the Margins of the European Seas) gefördert.


„So eine Neuentdeckung ist äußerst selten und wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass diese Art nahen Verwandten auf den ersten Blick sehr ähnlich sieht“, so Dr. Schönfeld weiter. „Die neu entdeckte Art ist im Gegensatz zu ihren Verwandten an sehr hohen Nahrungseintrag angepasst und wird als empfindlicher Indikator für küstennahe Eutrophierung dienen. Damit haben sich unsere Möglichkeiten entscheidend verbessert, Umweltveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Lebewelt am Meeresboden frühzeitig zu erkennen.“
(IFM-GEOMAR, 04.12.2006 - AHE)
 
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