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Dienstag, 24.10.2017
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Mini-Ozonlöcher durch Vulkanausbrüche

Vulkanische Schwefelgase verstärken Ozon abbauende Reaktionen in der Stratosphäre

Vulkanausbrüche schleudern nicht nur Staub und Asche weit in die Atmosphäre, sie greifen auch die Ozonschicht an. Selbst kleinere Eruptionen können dabei bereits “Mini-Ozonlöcher” auslösen. Das zeigen zwei neue Studien britischer Forscher. Ursache dieser Wirkung sind Schwefelpartikel, die in der Stratosphäre die Ozon abbauenden Reaktionen verstärken.
Der Hekla-Vulkan auf Island

Der Hekla-Vulkan auf Island

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Genevieve Millard von der Universität von Cambridge analysierten die Auswirkungen des Ausbruchs des Hekla auf Island im Jahr 2000. Der Vulkan liegt im Südwesten der Insel, direkt in der Verwerfungszone, die von der durch Island ziehenden Plattengrenze gebildet wird. Für die Bewohner der umliegenden Region galt der Hekla lange Zeit als "das Tor zur Hölle". Und noch heute ist er einer der bekanntesten und gleichzeitig aktivsten Vulkane Islands.

Die Wissenschaftler stellten in ihrer Untersuchung fest, dass die beim Ausbruch freigesetzten vulkanischen Gase in der Stratosphäre zu einer Bildung von Eis und Salpetersäure-Aerosolen führen. Genau diese Partikel aber wirken wie ein Schalter und aktivieren die in den Gasen enthaltenen Chlorverbindungen, die als Hauptkatalysator für Ozon zerstörende Reaktionen gelten.

„Zum ersten Mal haben wir gezeigt, dass vulkanische Eruptionen, die die Stratosphäre erreichen, zur Bildung eines Wolkentyps beitragen, der Reaktionen mit vulkanischen Chlorgasen fördert – Gasen, die das stratosphärische Ozon zerstören und zur Bildung von ‚Mini-Ozonlöchern führen“, erklärt Millard. Die Ergebnisse der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe der Geophysical Research Letters veröffentlicht.


Was passiert nach einer größeren Eruption?


Die Eruption des isländischen Hekla gehört eher zu den kleineren Ausbrüchen. Jetzt wollen die Forscher herausfinden, was nach einer größeren Eruption in der Ozonschicht geschieht. „Wir fragen beispielsweise: Gibt es nach großen explosiven Eruptionen in niedrigeren Breiten deutliche Ozonverluste und stärkere UV-Strahlung? Wir wollen das verstehen, damit wir uns ein besseres Bild davon machen können, was sich in der Vergangenheit ereignete und was noch in der Zukunft geschehen könnte."
(Universität von Cambridge, 09.11.2006 - NPO)
 
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