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Freitag, 28.07.2017
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Verkehrsfunk hilft bei Tsunami-Warnung

Forscher entwickeln neue Technik für die letzte Meile

Ein Frühwarnsystem für Tsunamis kann noch so leistungsstark sein. Es nützt wenig, wenn die gefährdeten Menschen nicht rechtzeitig von der drohenden Flutwelle erfahren. Dieses Problem der „letzten Meile“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jetzt lösen. Es unterstützt eine Kooperation der deutschen Firma 2wcom mit dem indonesischen Forschungsministerium RISTEK. Ziel des Projektes ist eine Weiterleitung von Warnungen über eine UKW-RDS-Technologie (Radio Data System) - eine Technik, die in ähnlicher Form auch beim Verkehrsfunk im Autoradio zum Einsatz kommt.
Tsunami

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"Mit dieser Technologie schließen wir eine Lücke und können sicherstellen, dass die Warnung, die mit Hilfe deutscher Spitzentechnologie in Indonesien erzeugt wird, unmittelbar an die betroffenen Menschen weitergeleitet werden kann", sagte Staatssekretär Professor Frieder Meyer-Krahmer.

Das Pilotprojekt für die Technologie wurde am Montag in Bali vorgestellt. Dabei sollen Warnmeldungen im UKW-Band - ausgehend vom zentralen Frühwarnzentrum in der indonesischen Agentur für Meteorologie und Geophysik (BMG) in Jakarta - über regionale Stationen in die betroffenen Gebiete gesendet werden. Es handelt sich um das gleiche Prinzip wie bei Meldungen des Verkehrsfunks im Autoradio, das 2wcom speziell für den Bedarf von Frühwarnungen weiterentwickelt hat.

Erfolgt eine Warnung, wird diese automatisch übermittelt, unabhängig ob der Frühwarnempfänger ein- oder ausgeschaltet ist oder ein anderer Sender eingestellt ist. Die Warnmeldung hat immer höchste Priorität und wird zu jeder Zeit mit einem eigenen Warnsignal durchgestellt - Tag und Nacht.


Ein Frühwarnsystem für den gesamten Indischen Ozean


Als erste Region wird die balinesische Touristenstadt Sanur an das System angeschlossen. Ziel ist, diese Technologie in eine Frühwarnübung in Bali zum zweiten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember dieses Jahres zu integrieren. In einem zweiten Schritt ist die Großstadt Padang auf Sumatra, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt, an der Reihe, dann folgt noch ein ländlicher Raum auf Java. Die Technologie soll bis Ende 2007 in den drei Pilotregionen installiert sein, das gesamte Tsunami-Frühwarnsystem wird voraussichtlich Ende 2008 seinen Betrieb aufnehmen.

Für den Aufbau der Technologie stellt die Bundesregierung im Rahmen ihrer Wiederaufbauhilfe in der Region 45 Millionen Euro bereit. Der Aufbau erfolgt in enger Kooperation mit der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der UNESCO. Sie hat die Koordination eines übergreifenden Frühwarnsystems für den Indischen Ozean übernommen.

Unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, vertreten durch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in enger Kooperation: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Alfred- Wegener-Institut (AWI), Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Universität der UN in Bonn (UNU).
(idw - Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 08.11.2006 - DLO)
 
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