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Montag, 29.05.2017
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Malaria: Höheres Risiko für Langzeitreisende

Schutz- und Präventionsmaßnahmen werden mit der Zeit vernachlässigt

Langzeitreisende erkranken eher an Malaria als Ferienreisende. Die Malaria-Prävention für Personen, die sich länger als ein halbes Jahr in Malaria-Gebieten aufhalten, sollte deshalb individuell angepasst werden und von Reisemedizin-Spezialisten erfolgen. Zu dieser Empfehlung kommt eine Wissenschafterin der Universität Zürich in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association.
Anopheles-Mücke

Anopheles-Mücke

Mehr als 800 Millionen Reisende sind jährlich unterwegs. Für solche Reisende, die lange Zeit in Malariagebieten verbringen, sind einheitliche Präventionsempfehlungen besonders schwierig. Es fehlt beispielsweise an genügend Daten über Infektionsrisiken in bestimmten Gebieten und über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Malaria-Medikamenten.

Patricia Schlagenhauf vom Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich, Lin Chen und Mary Wilson, beide Harvard Universität, haben in einer klinischen Studie diese Risiken nun genauer untersucht. Sie konnten zeigen, dass Reisende, die mehr als sechs Monate in einem Malariagebiet verbringen, ein höheres Ansteckungsrisiko haben als Kurzzeitreisende. „Langzeitreisende unterlaufen oft die persönlichen Schutzmaßnahmen und vernachlässigen nach gewisser Zeit die Präventionsmaßnahmen», so Schlagenhauf.

Langzeitreisende in Malaria-Gebiete riskieren, dass sie an Malaria sterben, erkranken oder dass ihre Produktivität stark eingeschränkt wird. Allgemeine Richtlinien, wie sie sich verhalten sollten, sind darum wünschenswert. Für lange Aufenthalte müssen die Empfehlungen hingegen individualisiert werden und von einem Reisemedizin-Spezialisten erfolgen, so die Forscherin. Vorrangig sind persönliche Schutzmaßnahmen wie das Tragen körperbedeckender, heller Kleider und die Verwendung von Moskitonetzen und Insektiziden.


Tipps für Langzeit-Reisende


Folgende Strategien sollten für Langzeit-Reisende individuell nach Meinung der Wissenschaftlerin angepasst werden: Informationen zum Ansteckungsrisiko, zum einfachen Schutz gegen Mücken, zur kontinuierlichen Chemoprophylaxe für Reisen in Hochrisiko-Gebiete, eine saisonale Prophylaxe für andere Gebiete oder eine Notfallmedikamentenstrategie.

Hinzu kommt, dass es in vielen Entwicklungsländern zunehmend gefälschte Medikamente gibt, die wenig oder keine Wirkstoffe enthalten. Reisende sollen darum genügend Medikamente von zu Hause mitnehmen und sich vor Abreise unbedingt beraten lassen, folgern die Autorinnen der Studie.
(Universität Zürich, 08.11.2006 - DLO)
 
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