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Freitag, 10.02.2012
Klimapoker unter afrikanischer Sonne
12. Weltklimakonferenz beginnt heute in Nairobi
Heute beginnt in Nairobi die 12. Weltklimakonferenz. Bis zum 17. November 2006 werden dort mehr als 5.000 Delegierte aus aller Welt darüber beraten, wie der Klimaschutz nach dem Auslaufen der ersten Phase des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 fortgeführt wird. Diskutiert werden soll aber auch über Maßnahmen und Instrumente, die eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels ermöglichen.

Treibhausgasemissionen
Treibhausgasemissionen
© IMSI MasterClips
"Es kommt jetzt darauf an, den Rahmen zu schaffen, damit Klimaschutz nach dem Auslaufen der ersten Phase des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 anspruchsvoller fortgeführt wird. Vielen technischen Details soll ein Feinschliff gegeben werden", formuliert Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF ihre Erwartungen an die Veranstaltung. Wichtigster Tagesordnungspunkt der Weltklimakonferenz ist nach Ansicht des WWF die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, etwa den Bau von Deichen, endgültig zu klären. Zwar habe man die Gründung eines so genannten "Adaptation Funds" beschlossen, doch gebe es nach wie vor Unklarheiten wie die ärmsten Länder auf diese Mittel Zugriff erhalten.

"Die jüngsten Prognosen zum Klimawandel zeigen mehr denn je, dass das Zeitfenster, in dem wir die Klimaerwärmung auf plus zwei Grad begrenzen können, nur noch wenige Jahre offen ist. Daher braucht es in Nairobi Zugpferde, die dem globalen Klimaschutz neuen Schwung geben", betonte auch NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Bundesumweltminister Gabriel müsse auch mit Blick auf die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft, die Chance nutzen und Zeichen setzen, dass Deutschland bereit sei, weiter eine Führungsrolle zu übernehmen. "Global fordern und national aufschieben kann sich keine Regierung mehr leisten", so der NABU-Präsident.

Industriestaaten besonders gefordert
Nach Auffassung des NABU kommt es in Nairobi darauf an, die Gunst der Stunde zu nutzen und ein möglichst breites Bündnis zu schmieden, das auf der Grundlage des Kyoto-Protokolls den globalen Klimaschutz in der Zeit nach 2012 weiter voran bringt. Neben der Verpflichtung der Industriestaaten zu sehr viel weiter gehenden Kohlendioxid-Minderungen müssten insbesondere China und Indien mit ins Boot geholt werden.

Wie wichtig globaler Klimaschutz ist, zeigt die vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie der britischen Regierung, nach der bei einer weiteren Erderwärmung die Weltwirtschaft um rund 20 Prozent schrumpfen könnte - mit verheerenden sozialen Folgen. "Die Sorge um den Klimawandel ist nichtmehr nur das Thema von einigen Klimawissenschaftlern, sondern wird von führenden Ökonomen als die entscheidende Bedrohung für das 21. Jahrhundert angesehen. Das ist der notwendige Rückenwind, um das Kyoto-Protokoll, das nur ein kleiner Anfang ist, in den nächsten Jahren ambitioniert weiterzuentwickeln", bekräftigte Tschimpke.

Wichtige Weichenstellungen für die Zukunft
„Der weltweite Klimawandel ist nicht nur eine ökologische sondern auch ein ökonomische und soziale Herausforderung. Der vor kurzem veröffentlichte Stern-Review hat dies eindrucksvoll dargelegt. Wir müssen jetzt handeln und weltweit konsequent den Klimaschutz vorantreiben, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch verhindern zu können“, sagte auch Katherina Reiche aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Fest stehe, je schneller sich die internationale Staatengemeinschaft auf ambitionierte Klimaschutzziele einige, desto geringer seien die Kosten, um diese zu erreichen. Die Weltklimakonferenz in Nairobi biete die Chance, wichtige Weichenstellungen für ein Klimaschutzregime für die Zeit nach 2012 vorzunehmen. Den Industrieländern komme hierbei eine besondere Verantwortung zu, damit die Schwellen- und Entwicklungsländer in das Klimaschutzregime mit einbezogen werden können.“
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