| Ungewöhnliches Mineral erklärt Mars-Landschaft |
| Gräben und Canyons ohne Wassererosion und reißende Fluten entstanden? |
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Eine zufällige Entdeckung in der Garage eines Geologen könnte ein neues Licht auf die Entstehung der Gräben und Canyons in der Marsoberfläche werfen. Denn ein bestimmtes Mineral, Epsomit, erzeugt beim Schmelzen ähnliche Formen – ohne dass große Wassermengen, reißende Fluten oder Erosion beteiligt sind. Die jetzt in der Fachzeitschrift Geology veröffentlichten Erkenntnisse werden möglicherweise auch die Pläne der NASA für ihre nächsten Missionen beeinflussen.
 | | Gräben in der Marsoberfläche © NASA/JPL | “Die Sonden, die den Mars umkreisen, zeigen uns Bilder von Canyons und Gräben, die durch Wasserfluten oder starke Auswaschungen entstanden zu sein scheinen”, erklärt Ron Peterson, Geologe an der Queens Universität. „Die Exploration Rover, die die Marsoberfläche untersuchten, enthüllten, dass es kein sichtbares Wasser an der Oberfläche gibt, dass solches wohl aber in der Vergangenheit existiert haben kann.” Aber wie genau entstanden diese Landschaftsformen? Genau dafür könnte ein Geologe der Queens Universität jetzt eine Antwort gefunden haben.
Der Wissenschaftler machte seine Entdeckung nicht etwa im Labor, sondern in seiner unbeheizten Garage: Dort hatte er eine Lösung von Epsomit, auch als Bittersalz bekannt, mehrere Tage lang stehen lassen. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kristallisierte die Lösung und es bildeten sich Kristalle mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Als die Kristalle schmolzen, bildeten sich Kanäle und Gräben ähnlich denen, die auf der Marsoberfläche sichtbar sind.
Nach Ansicht des Forschers könnte das marsianische Terrain tatsächlich durch einen ähnlichen Prozess entstanden sein: In der feuchteren Vergangenheit des Roten Planeten interagierte das Wasser mit dem Gestein der Planetenkruste und erzeugte einen sauren Cocktail, der sich in Bittersalzähnlichen Materialschichten ablagerte. Als diese Oberflächenschichten schmolzen, entstanden die Gräben und Kanäle. Auf diese Weise ließen sich die typischen Landschaftsformen des Mars auch ohne große Mengen an reißenden Flüssen oder große Fluten erklären.
“Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, dass wir die Marsoberfläche besser verstehen”, erklärt Peterson. „Die auf der Erde gefundenen neuen Minerale öffnen uns den Blick dafür, dass trotz vieler Unterschiede in Atmosphäre und Schwerkraft, sich doch viele Dinge auf beiden Planeten gleichen – es ist eine andere Welt, aber es gibt gewisse Ähnlichkeiten.”
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| (Queens University, 24.10.2006 - NPO) |
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