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Dienstag, 25.07.2017
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Sonneneruptionen in 3D

STEREO-Mission startet ins All

Endlich ist es soweit: Nach mehrmaliger Verschiebung wird am Abend des 25. Oktober die STEREO-Mission der NASA in Cape Carnaveral ins All starten. Das Observatorium STEREO, Solar TErrestial Relations Observatory, soll erstmals 3D-Aufnahmen von Sonneneruptionen liefern. Dadurch wird es möglich, die genaue Position und Geschwindigkeit dieser gewaltigen Ausbrüche in der Korona der Sonne zu bestimmen.
STEREO-Sonnenobservatorien

STEREO-Sonnenobservatorien

Sonneneruptionen sind mächtige Energieausbrüche, die bis zu zehn Milliarden Tonnen Materie aus der Sonnenatmosphäre ins interplanetare All schleudern können und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 2000 Kilometer pro Sekunde. Sie können große Unruhen im interplanetaren Raum und große magnetische Stürme auf der Erde auslösen. Außerdem werden bei Sonneneruptionen energetische Teilchen, unter anderem Protonen, ins All geschleudert. Diese können Satelliten beschädigen oder zerstören und können für Astronauten, die sich zum Beispiel für Reparaturen außerhalb ihres Raumschiffes aufhalten, äußerst gefährlich oder sogar tödlich sein.

In der Vergangenheit haben geomagnetische Stürme schon elektrische Stromausfälle verursacht, so beispielsweise 1989 in der gesamten Provinz Québec, in Kanada, wo das ganze Stromnetzwerk ausfiel und die umliegenden Bewohner, Verkehrssysteme, den Flughafen sowie Schulen und Unternehmen ohne Strom und Heizung in ein Chaos stürzte. STEREO soll dazu beitragen, das so genannte Weltraumwetter besser zu verstehen. Langfristig ist es dann möglich, akkurate Vorraussagen zu machen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um solche Ereignisse wie
1989 in Kanada zu vermeiden.

Welche Folgen haben Magnetstürme?


Die Aufgabe der neuen Mission ist es, den Ursprung, die Entwicklung und die interplanetaren Konsequenzen von magnetischen Stürmen herauszufinden. Im Fokus steht dabei die Erde, also vor allem diejenigen koronalen Masseauswürfe, die Richtung Erde geschleudert werden. STEREO besteht aus zwei identischen Observatorien, die im All die Sonne im Gleichtakt mit der Erde umkreisen sollen. Dabei bewegt sich eine von ihnen der Erde voraus und die andere hinterher.


Zwar gibt es schon Sonnenobservatorien im All, doch dies sind einzelne Stationen, die zwar direkte Sonnenbilder liefern, aber nicht stereo sehen können. Die neuen STEREO-Sonden dagegen können die Sonne und ihre Phänomene ebenso wie unsere zwei Augen räumlich abbilden. Damit liefert STEREO erstmals 3D-Bilder und Partikelmessungen der Sonne. Die Mission wird zwei Jahre laufen und ist die dritte Mission im Sonnen-Erdproben-Programm der NASA.

Ergebnis weltweiter Kooperation


Die neuen Observatorien beinhalten viele Instrumente und sind das Ergebnis einer großen Kollaboration von astronomischen Einrichtungen aus der ganzen Welt. Die Wissenschaftler des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP) sind am Instrument STEREO-Waves beteiligt, einem Radioempfänger, der interplanetarische Schockwellen und energetische Elektronen misst. Professor Gottfried Mann, Leiter der STEREO-Gruppe am AIP zum Ziel seiner Gruppe: "Wir konzentrieren uns auf die Datenauswertung. Dazu haben wir bestimmte Datenauswertungstools entworfen. So können wir die Radiostrahlen, der von der Sonne ausgehenden Störungen verfolgen und deren genaue Position und Geschwindigkeit bemessen."

Zuerst müssen aber die beiden Observatorien, die mit einer Rakete ins All geschossen werden, an ihre Position gebracht werden. Dabei hilft der Mond. Denn er zieht die Raumsonden durch seine Anziehungskraft ein Stück mit. Sonst würde man viel zuviel Treibstoff brauchen. Zuerst wird die Station hinter der Erde platziert, dann die zweite vor der Erde. In drei Monaten erwartet Professor Mann die ersten Ergebnisse und dann kann die Datenauswertung beginnen.
(Astrophysikalisches Institut Potsdam, 23.10.2006 - NPO)
 
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