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Mittwoch, 24.05.2017
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Unterschrift mit Fotohandy?

Digitale Unterschrift mit dem Kamerahandy

Steuererklärungen unterschreiben mit dem Fotohandy? Ein neu angemeldetes Patent für die Verbesserung von digitalen Unterschriften im Internet könnte dies schon bald ermöglichen.
Handy

Handy

Ausgangspunkt der Tüftelei von Jörn Müller-Quade und Stefan Röhrich von der Fakultät für Informatik der Universität Karlsruhe war die Tatsache, dass digitale Verträge bislang nicht manipulationssicher sind. So kann es etwa bei einem gefälschten EC-Kartenlesegerät im Supermarkt passieren, dass ein anderer Betrag vom Konto abgebucht wird als vom Display angezeigt. Mehr noch: Ein Vertragstext, den man auf seinem Computerbildschirm liest, muss nicht identisch sein mit dem, den man schließlich virtuell unterzeichnet, also mit einer Computersignatur versieht - Trojaner oder Viren sorgen dafür, dass man dem Computer, an dem man arbeitet, nicht vertrauen sollte.

Unverwechselbare Signatur


Die Idee hinter Müller-Quades und Röhrichs Erfindung ist einfach: Ein Fotohandy fotografiert den Vertragstext vom Bildschirm ab und bekommt gleichzeitig den Originaltext vom Absender geschickt. Im nächsten Schritt gleicht das Handy Original- und Bildschirmtext ab. Stimmen beide überein und gibt der Handybesitzer sein Einverständnis, so unterzeichnet das Handy den Vertrag mit seiner unverwechselbaren Signatur.

Einsatzmöglichkeiten finden sich reichlich. Denn in Zukunft, so Müller-Quade, „werden neben Einkäufen auch viele Behördengänge übers Internet erledigt“. So werden künftig beispielsweise Adressänderungen dem Einwohnermeldeamt elektronisch übermittelt. Sogar für komplexe Aktiengeschäfte können sich Röhrich und Müller-Quade einen Einsatz der Kamerahandys vorstellen.


„What you see is what you sign“, überschreibt das Duo sein Projekt augenzwinkernd. Ein funktionsfähiger und beim Patentamt angemeldeter Prototyp ist entwickelt. Marktreife könnte die neue Handy-Generation schnell erlangen: Kontakte zur Industrie haben die beiden Erfinder bereits aufgenommen.
(idw - Universität Karlsruhe (TH), 11.10.2006 - AHE)
 
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