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Dienstag, 17.10.2017
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Sonneneruption 2003 noch größer als angenommen

Forscher untersuchen Rekorderuption mit neuer Methode

Physiker der University of Otago in Dunedin, Neuseeland, haben entdeckt, dass die Rekorderuption auf der Sonne im November vergangenen Jahres noch wesentlich größer war als zunächst geschätzt. Zu diesem Ergebnis sind die Forscher mit Hilfe einer neuen Methode gekommen, bei der die obere Atmosphäre als riesiger Röntgenstrahlungsdetektor genutzt wird.
Eruption auf der Sonne

Eruption auf der Sonne

Bei der größten Sonneneruption aller Zeiten waren am 4. November 2003 so große Mengen an Strahlung freigesetzt und in Richtung Erde geschleudert worden, dass die Strahlungsdetektoren der Satelliten schon überlastet waren, bevor der Sonnensturm seinen Höhepunkt erreicht hatte. Dadurch waren die Wissenschaftler gezwungen, die Stärke des Röntgenstrahlungsausbruchs zu schätzen.

Die Forscher der University of Otago gingen einen anderen Weg: Sie maßen die Wirkung der Strahlung auf die obere Erdatmosphäre mit einer auf Radiowellen basierenden Methode. Die Ergebnisse zeigen, dass die Größe des so genannten Flares nicht bei dem bisher angenommenen Wert von X28 lag, sondern vielmehr bei unglaublichen X45. "Es handelt sich um eine Eruption, die mehr als doppelt so groß ist wie jede bisher aufgezeichnete. Wäre der damit einhergehende Masseauswurf auf die Erde gerichtet gewesen, hätte beträchtlicher Schaden an einigen Satelliten und elektrischen Netzwerken entstehen können," erklärt Professor Neil Thomson, einer der an dem Projekt beteiligten Physiker. Die Berechnungen der Forscher zeigen, dass die Röntgenstrahlung die durch die Eruption freigesetzt und in Richtung Atmosphäre geschleudert wurde, der von 5000 Sonnen entsprach.

Zur Zeit der Eruption untersuchten die Wissenschaftler im Rahmen eines langfristigen Forschungsprogramms die Ionosphäre mit Radiowellen. Ihre neue Berechnung ergibt sich aus der Beobachtung der indirekten Wirkung der erhöhten Röntgenstrahlung auf VLF-Funkübertragungen (Very Low Frequency) über dem Pazifischen Ozean -von Seattle, North Dakota und Hawaii zu den Empfängern in Dunedin. "Die vermehrte Röntgenstrahlung reichert die Ionosphäre an und verursacht einen Verlust an Höhe in ihren untersten Regionen. Dies beeinflusst wiederum die Phasen der VLF-Übertragungen. Unsere bisherige Forschungsarbeit zeigt, dass diese Phasenverschiebungen sich proportional zu der Kilometerzahl verhalten, um die sich die Ionosphäre senkt," erläutert Professor Thomson. Da bekannt ist, dass die Stärke der Absenkung mit den vorhandenen Röntgenstrahlen in Verbindung steht, konnte die Größe der Eruption neu berechnet werden.


"Unter der Voraussetzung, dass zukünftige Sonneneruptionen kaum so groß sein werden, dass sie die Ionosphäre überlasten, hat unsere neue Methode den Vorzug, dass die Größe von Eruptionen auch dann bestimmt werden kann, wenn die Satellitendetektoren überlastet sind," so Professor Thomson zur Bedeutung der neuen Erkenntnisse.
(idw - Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund/Institut Ranke-Heinemann, 22.03.2004 - DLO)
 
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