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Donnerstag, 25.05.2017
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CO2-freie Kraftwerke kein Allheilmittel

Studie zeigt Möglichkeiten und Grenzen als Brückentechnologie auf

CO2-freie Kraftwerke, bei denen das Kohlendioxid abgetrennt und unterirdisch gelagert wird, können zu vertretbaren Kosten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Fraunhofer ISI sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Doch da die Abscheidung von Kohlendioxid ein Drittel mehr Kohle oder Erdgas verbraucht, stellt sie lediglich eine Brückentechnologie dar, bis in den nächsten 50 Jahren regenerative Energiequellen wie Photovoltaik, Wind oder Biomasse ausreichend verfügbar sind.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Die Studie für das Umweltbundesamt beantwortet, welche Verfahren es zur CO2-Abscheidung aus Kraftwerksabgasen gibt, wie das klimaschädliche Gas unterirdisch gelagert werden kann und welche wirtschaftlichen Konsequenzen die Technologie hat. Das Fraunhofer ISI kommt zu dem Schluss, dass die CO2-Abscheidung eine interessante Brückentechnologie ist, um die Emissionen des Treibhausgases in den nächsten 20 bis 50 Jahren deutlich zu reduzieren, bis regenerative Energiequellen wie Photovoltaik, Wind oder Biomasse ausreichend verfügbar sind. Ein Allheilmittel ist sie aber nicht: Kraftwerke mit CO2-Abscheidung verbrauchen ein Drittel mehr Kohle oder Erdgas und sind deshalb kein Fortschritt in Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung.

40 Euro für die Vermeidung einer Tonne CO2


Ob CO2-freie Kraftwerke wirtschaftlich sind, hängt vom Vergleichsmaßstab ab. Trotz der aufwändigen Technik sind sie derzeit deutlich günstiger als regenerative Energieerzeuger wie Photovoltaik oder Wind. Rechnet man alle Kosten wie Abscheidung, Transport und Lagerung zusammen, kostet die Vermeidung einer Tonne CO2 etwa 40 Euro und damit etwa doppelt so viel, wie die Betreiber von herkömmlichen Kraftwerken für Verschmutzungsrechte im Emissionshandel zahlen müssen.
Doch Emissionszertifikate dürften teurer werden, so dass das erste große CO2-freie Kraftwerk, das RWE 2014 in Betrieb nehmen will, konkurrenzfähig sein könnte. Speichermöglichkeiten für CO2 sind nach Untersuchungen der BGR vor allem in Norddeutschland zu erwarten. Die Eignung und das Aufnahmevermögen einzelner Untergrundstrukturen sind allerdings noch nicht bekannt.

Unklar ist, wie Anwohner auf ein unterirdisches CO2-Lager in ihrer Nähe reagieren werden. Auch rechtliche Fragen der CO2-Abscheidung und -Speicherung bedürfen laut Fraunhofer ISI noch der Klärung. Die Gesetze, die den Untergrund betreffen, wie das Bundesberggesetz oder das Wasserhaushaltsgesetz, berücksichtigen die Speicherung von CO2 bisher nicht.


Energiegipfel widmet sich dem Thema


Kohlendioxid beeinflusst das Klima, sagen die meisten Wissenschaftler. Die Bundesregierung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. So genannte CO2-freie Kraftwerke werden deshalb auch am 9. Oktober 2006 auf dem zweiten Energiegipfel von Bundesregierung und Vertretern der Energiewirtschaft ein wichtiges Thema sein. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe hat in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) den aktuellen Stand der internationalen Forschung im Vorfeld zusammengestellt und bewertet.
(idw - Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), 09.10.2006 - AHE)
 
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