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Samstag, 21.01.2017
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Genregulator für Blutbildung entdeckt

Wie sich Blut aus Blutstammzellen bildet

Blutzellen haben nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen deshalb im Knochenmark ständig neu gebildet werden. Sie entstehen aus Blutstammzellen, aus denen sich die verschiedenen Blutzellen entwickeln. Eine Schlüsselrolle bei diesem Prozess spielt der Genregulator beta-catenin. Diese Entdeckung könnte für die Vermehrung und Gewinnung von Blutstammzellen von großer Bedeutung sein, wie die Forscher in „Nature Immunology“ berichten.
Blutgefäße

Blutgefäße

Beta-catenin schaltet in einem intrazellulären Signalweg wnt Gene an und steuert damit auch die blutbildenden, hämatopoetischen Stammzellen. Wie die Forschergruppe um Dr. Marina Scheller vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch im Versuch mit Mäusen zeigen konnte, bringt der Genschalter beta-catenin, wenn er ständig aktiv ist, die Blutbildung quasi zum Stillstand. Die Blutstammzellen sind so geschwächt, dass sie nicht heranreifen. Sie können sich dann beispielsweise nicht zu roten und weißen Blutzellen entwickeln, die für den Sauerstofftransport im Blut beziehungsweise für die Immunabwehr lebensnotwendig sind.

Zwar treibt der ständig aktivierte Genschalter die Stammzellen dazu, sich zu vermehren, aber sie verlieren ihr Potential zur Blutbildung, mit dem Ergebnis, dass der Vorrat an Blutstammzellen im Knochenmark sich letztlich erschöpft. „Die vermehrten Zellen sehen wie Vorläuferzellen von Blutkrebs (Leukämie) aus“, erläutert Scheller. Die Mäuse bekommen aber keine Leukämie, sondern sterben an Blutarmut.

Damit sich das Blut normal bildet, muss die zelluläre Kommunikation über den wnt-Signalpfad und beta-catenin ganz fein aufeinander abgestimmt sein. Die Ergebnisse sind nach Ansicht der Forscherin auch für die Vermehrung und Gewinnung von Blutstammzellen und ihren Einsatz in der Klinik von großer Bedeutung.
(Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, 06.10.2006 - AHE)
 
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