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Samstag, 13.03.2010
Stromsparpaket vorgelegt
47 Millionen Tonnen CO2 könnten bis 2012 eingespart werden
Im Vorfeld des Energiegipfels am 09.10.2006 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein „Stromsparpaket“ vorgelegt, mit dem sich bis 2012 rund 50 Millionen Tonnen CO2 vermeiden lassen könnten. Vor allem der effiziente Umgang mit Elektrizität wird hierin angemahnt. Der BUND fordert ein Markteinführungsprogramm für effiziente Elektrogeräte: Der Stromverbrauch der Geräte müsse klar ausgewiesen und Standby-Systeme verboten werden.

Treibhausgasemissionen
Treibhausgasemissionen
© IMSI MasterClips
„Wir fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Energiegipfel zum Effizienzgipfel zu machen. Sie darf sich nicht auf die Alibiprojekte der großen Stromkonzerne einlassen", so Brigitte Dahlbender, stellvertretende BUND-Vorsitzende. "Die Energieriesen haben kein Interesse, den Stromverbrauch in Deutschland zu verringern, da ihr Kraftwerkspark auf einen möglichst hohen Stromabsatz ausgelegt ist. Deswegen brauchen wir gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Strom­sparen verbindlich machen. Unser Stromsparpaket zeigt: Energieeffizienz ist eine Win-Win-Situation für alle. Die Verbraucher merken es auf ihrer Stromrechnung, Hersteller und Handel sichern mit innovativen Produkten Arbeitsplätze und nicht zuletzt werden viele Millionen Tonnen weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet", erläutert Dahlbender das BUND-Konzept.

Effizienz im Stromverbrauch
Die Bundesregierung habe der Industrie für den Zeitraum von 2008 bis 2012 eine Verringerung des Klimagases CO2 von lediglich drei Millionen Tonnen vorgeschrieben, so der BUND. In seinem „Stromsparpaket“ weise der BUND nach, dass im gleichen Zeitraum allein mit effizienten Geräten und Verfahren mehr als das Fünfzehnfache vermieden werden könne: 22 Millionen Tonnen CO2 mit effizienten Technologien in der Industrie, weitere 25 Millionen Tonnen in Haushalten und bei Kleinabnehmern.

Um dieses Potential auszuschöpfen, müssten schnell effektive Anreize für mehr Stromeffizienz gegeben werden. Ein Effizienzfonds könne moderne Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen in der Industrie sowie effiziente Haushaltsgeräte und sparsame Unterhaltungselektronik fördern. Damit die besten Geräte bald den Markt dominierten, müsse außerdem der so genannte Top-Runner-Ansatz aus Japan übernommen werden. Hierbei orientiert sich der Mindesteffizienzstandard für Elektrogeräte an jenen Geräten, die den geringsten Stromverbrauch aufweisen.

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm: „Einige dieser Vorschläge können nur auf europäischer Ebene umfassend umgesetzt werden. Der in Abstimmung befindliche EU-Effizienz-Aktionsplan verzögert sich aber. Deshalb muss vom Berliner Energiegipfel das klare Signal ausgehen, dass Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr mehr Energie­effizienz zu einem Kernthema macht.“
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