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Freitag, 26.05.2017
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Meeresbergbau mit Zukunft?

Internationale Konferenz beleuchtet Chancen und Risiken der Rohstoffsuche im Meer

Der Meeresbergbau könnte aufgrund des zunehmenden Rohstoff- und Energiehungers in der Welt eine immer größere Bedeutung erlangen. Vom 25. bis 26. September 2006 treffen sich daher Experten aus aller Welt am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Im Rahmen der Jahrestagung des Underwater Mining Institute (UMI) beraten sie über neue technische Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den Meeresbergbau.
Arbeit auf hoher See

Arbeit auf hoher See

Ob Gashydrate, Manganknollen oder Diamanten – im Meer lagern viele Rohstoffe, deren Abbau jedoch technisch zumeist noch sehr aufwändig ist. Derzeit gibt es daher nur wenig viel versprechende Großprojekte, die dem Meer seine Rohstoffe abringen wollen: Dazu gehört die Förderung von Sanden und Kiesen vor den Küsten Großbritanniens oder Japans sowie die Offshore-Diamantenförderung in Südafrika. Vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Energieverknappung und den drastisch steigenden Rohstoffpreisen nimmt das Interesse der Wirtschaft am Meeresbergbau jedoch deutlich zu.

Gold, Zink und Kupfer am Meeresgrund


So haben beispielsweise vor der Küste Papua Neuguineas ernsthafte Vorbereitungen einschließlich zahlreicher Probebohrungen begonnen, eine besonders viel versprechende Lagerstätte von Metall-Schwefelverbindungen kommerziell zu erschließen. Im so genannten Bismarck Archipel lagern am Grund des Meeres größere Vorkommen von Gold, Zink und Kupfer. Nach Plänen der kanadischen Explorationsfirmen sollen dort schon bald jährlich zwei Millionen Tonnen Erze und Abraum aus einer Tiefe von bis zu 2.000 Metern gehoben werden. Ungewiss ist allerdings noch das wirtschaftliche Ergebnis. Denn trotz aller Voruntersuchungen ist das Risiko groß, die Menge der Rohstoffvorkommen falsch einzuschätzen.

Doch der Anreiz ist so groß, dass sich auch Deutschland an der Rohstoffsuche im Meer beteiligt – allerdings im zentralen Pazifik. Dort sicherte sich die Bundesrepublik Deutschland durch ein Abkommen mit der Internationalen Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen (IMB) für 15 Jahre einen 75.000 Quadratkilometer großen "Claim" zur Voruntersuchung. Das Lizenzgebiet ist größer als Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen und liegt im so genannten Manganknollen-Gürtel, der sich nördlich des Äquators von Mexiko bis jenseits Hawaii erstreckt. Dort lagern in einer Wassertiefe von 4.200 bis 5.000 Metern die so genannten Manganknollen, die neben Mangan- und Eisenverbindungen auch die wertvollen Buntmetalle Kupfer, Nickel und Kobalt beinhalten. Die Gesamtmenge der im Lizenzgebiet vorhandenen Manganknollen wird auf insgesamt knapp zwei Milliarden Tonnen geschätzt, mit einem Anteil an Buntmetallen von rund 45 Millionen Tonnen.


Fachtagung „Underwater Mining Institute“


Im Rahmen der diesjährigen 36. Underwater Mining Institute diskutieren Teilnehmer aus zwölf Ländern vom 25. bis 26. September 2006 über die Chancen und Risiken des Meeresbergbaus, darunter der Generalsekretär der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) in Jamaika sowie der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Ausrichter ist die „International Marine Minerals Society“ mit Sitz in Hawaii/USA, deren Präsident zurzeit der Direktor des IFM-GEOMAR, Professor Peter Herzig, ist. Auch das Kieler Forschernetzwerk „Ozean der Zukunft“ stellt sich mit einem Beitrag zum Themenschwerpunkt „Ressourcen des Meeresbodens“ dar.

Links:


Unterwater Mining Institute
Kieler Forschernetzwerk „Ozean der Zukunft“
(IFM-GEOMAR, 25.09.2006 - AHE)
 
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