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Dienstag, 24.01.2017
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Fleisch, Milch und Eier „clean“

BVL-Studie belegt: Kaum Arzneimittel-Rückstände in Lebensmitteln

Fleisch, Milch, Eier und Honig sind nur in geringem Umfang mit gefährlichen Rückständen von Tierarzneimitteln sowie hormonell oder antibakteriell wirksamen Substanzen belastet. Zu diesem Ergebnis ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) jetzt nach der Auswertung von Untersuchungsdaten gekommen. Danach wies im Jahr 2005 lediglich jede 500. untersuchte Probe tierischer Herkunft Werte oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte auf.
Fleisch

Fleisch

Die Lebensmittelkontrolleure führten 2005 in Deutschland 407.360 Untersuchungen an 49.679 Tieren oder tierischen Erzeugnissen durch. Die Bundesländer haben damit die Zahl der Untersuchungen gegenüber 2004 um 16 Prozent erhöht. Darüber hinaus wurden über 250.000 Tiere mittels eines Schnelltests auf insgesamt 706 antibakteriell wirksame Stoffe untersucht.

Hormonell wirksame Stoffe


Bei einem von 483 untersuchten Mastschweinen fanden die Wissenschaftler Nandrolon. Nachuntersuchungen des betroffenen Betriebs ergaben dort allerdings keine Hinweise auf eine illegale Anwendung des Hormons.

Rückstände von Tiermedikamenten


Bei mittels Dreiplatten-Schnelltests auf Tierarzneimittelrückstände untersuchten Proben waren 0,12 Prozent nach Angaben des BVL positiv. Mithilfe dieses Verfahrens können die Kontrolleure zwar die Existenz von Medikamentenüberresten nachweisen, nicht jedoch eine Überschreitung von Höchstmengen. Zu diesem Zweck werden deshalb spezifische analytische Methoden eingesetzt. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass im Jahr 2005 in jeder 400. untersuchten Probe die vorgeschriebenen Höchstmengen für Antibiotikarückstände überschritten wurden.


Das seit 1994 in der Tierhaltung verbotene Antibiotikum Chloramphenicol entdeckten sie in weniger als 0,1 Prozent, das verbotene Antibiotikum Metronidazol in rund 0,03 Prozent der Proben. Bei zwei Kälbern wurde zudem Phenylbutazon und bei einem Schwein Diclofenac nachgewiesen. Beide Stoffe wirken entzündungshemmend. Ihre Anwendung ist bei Nutztieren verboten.

926 Proben wurden auf das Vorhandensein von Dexamethason untersucht. Der zu den Glokokortikoiden zählende Stoff wirkt entzündungshemmend und dämpft das Immunsystem. Bei einem Schwein und einem Rind ermittelten die Forscher Rückstände oberhalb der Grenzwerte.

Schwermetalle und chlororganische Verbindungen


Die Kontrolleure untersuchten Schlachttiere und tierische Erzeugnisse aber auch 2005 auf Rückstände von Umweltkontaminanten wie Schwermetalle und chlororganische Verbindungen. Bei Wildschweinen wurden dabei bei fünf von 47 Proben DDT-Konzentrationen über der gesetzlichen Hoechstmenge festgestellt.

Außerdem wiesen die Wissenschaftler in einer von 60 Wildschweinproben beta-HCH (Hexachlorcyclohexan) und bei einer anderen gamma-HCH (Lindan) nach. Von 466 untersuchten Rinderproben war eine mit PCB oberhalb der Höchstmenge belastet. Eine Überschreitung der Rückstandshöchstmengen für Cadmium wurde bei vier Proben von Rindern, bei zwei von Schweinen und bei einer von einem Pferd festgestellt.

Bis auf eine Probe waren zudem in allen 153 untersuchten Eierproben Dioxine nachweisbar. Bei einer Probe wurden sogar die Grenzwerte überschritten.
(idw - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), 19.09.2006 - DLO)
 
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