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Freitag, 20.10.2017
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Permafrost heizt Klima ein

Sibirische Schmelzwasserseen setzen mehr Methan frei als angenommen

Der Permafrost im Norden Sibiriens taut – und heizt damit dem Klima noch mehr ein. Denn wie Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichten, setzt der sich erwärmende Boden dort immer mehr Methan frei. Das Treibhausgas mit einer 20 -fach stärkeren Klimawirkung als Kohlendioxid war zuvor Jahrtausende lang unter dem Eis konserviert und gefangen.
Methanblasen, gefangen in Eis

Methanblasen, gefangen in Eis

Durch die steigenden Temperaturen tauen immer größere Gebiete des normalerweise fest gefrorenen Untergrunds im Norden Sibiriens auf. Das Schmelzwasser sammelt sich über der darunter liegenden noch gefrorenen Bodenschicht und es entstehen Schmelzwasserseen, aus denen das Methan als sichtbare Gasblasen aufsteigt. Jeff Chanton, Professor für Ozeanographie an der Florida State Universität und Kollegen der Universität von Fairbanks, Alaska setzten nun eine neue Methode ein, um die Menge des freigesetzten Methans in zwei sibirischen Schmelzwasserseen genauer zu bestimmen.

Bisherige Schätzungen zu niedrig


Es zeigte sich, dass bisherigen Annahmen über die Klimaauswirkungen des tauenden Permafrosts offenbar deutlich zu optimistisch waren: Die Messungen ergaben durchgängig Methanmengen, die um zehn bis 63 Prozent über bisherigen Schätzungen lagen. Damit sind die Feuchtgebiete der nördlichen Regionen der Erde eine deutlich größere Treibhausgasquelle als geglaubt.

Messbar wird der Einfluss auch an den in den letzen Jahren stark gestiegenen globalen Methankonzentrationen in der Atmosphäre: Insbesondere in den höheren Breiten und in den wärmeren Sommermonaten ist die Konzentration des Treibhausgases am größten. „Meine Mitforscher und ich schätzen, dass diese Schmelzwasserseen zwischen 1974 und 2000, einer Periode der regionalen Erwärmung, um 58 Prozent mehr Methan abgegeben haben als zuvor“, fasst Chanton zusammen.


Positive Rückkopplung verstärkt Methanfreisetzung


Chanton sieht den tauenden Permafrost entlang der Ufer von Schmelzwasserseen als Hauptquelle des in der Region freigesetzten Methans. Allein in der russischen Permafrostzone machen solche Seen allerdings 90 Prozent der gesamten Gewässer aus. Durch mehrjährige Analysen der Isotopenzusammensetzung des Methans konnte Chanton das Alter und die Herkunft des Gases bestimmen.

„Weil das Methan, das jetzt in unserem Untersuchungsgebiet emittiert wird, bis auf das Pleistozän zurückgeht, ist es klar, dass hier durch den als positives Feedback bezeichneten Mechanismus alte Kohlenstoffvorräte freigesetzt werden, die die ganze Zeit im Permafrost konserviert waren“, erklärt der Forscher. „Das bedeutet nichts Gutes für die Qualität des menschlichen Lebens auf der Erde.“
(Florida State University, 07.09.2006 - AHE)
 
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