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Mittwoch, 24.05.2017
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„Molche“ als Rohrputzer

Wartung von Leitungssystemen weiter verbessert

Rohr- und Leitungssystemen ziehen sich häufig wie ein Netz durch Produktionsstätten und werden immer häufiger durch so genannte "Molche" gewartet. Diese schlanken bis kugelförmigen Geräte werden unter Druck durch das Leitungssystem gepresst und spüren dabei kleinste Risse und Verunreinigungen auf. Wurden sie einst vorzugsweise in der Ölindustrie zur Reinigung der Pipelines eingesetzt, kommen sie dank weiterer Miniaturisierung jetzt auch immer häufiger in der Lebensmittel- oder Medikamentenherstellung zum Einsatz.
Ausgestattet mit modernster Prüf- und Messtechnik inspizieren die so genannten „Intelligente Molche“ zum Beispiel Öl- und Gasleitungen und können kleinste Schadstellen ausfindig machen. Die Daten werden dabei während der Fahrt durch die Unterwelt vom Molch gespeichert und später ausgewertet. „Denkt man an die Folgen, die beispielsweise Lecks in einer Gasleitung auslösen können, wird schnell klar, dass man an der Molchtechnik nicht mehr vorbeikommt“, so Wolfgang Mühlthaler, Diplom-Ingenieur, Fachbuchautor und Leiter des „Forums Molchtechnik“ im Essener Haus der Technik (HDT). „Nur so können Schäden schnell aufgespürt und behoben werden.“

Auch mit Blick auf die kilometerlangen Öl-Pipelines wird deutlich, welchen enormen Beitrag diese Hightech-Molche gerade im Bereich Umweltschutz leisten. Ein Leck in der Leitung führt hier - wie zum Beispiel im März dieses Jahres in Alaska - schnell zu einer Katastrophe. „Solche Leitungen sind starken Einflüssen ausgesetzt und da empfiehlt sich der regelmäßige Einsatz moderner Prüfmolche, um auch kleinste Lecks schnell ausfindig zu machen“, sagt der Fachmann.

Vor allem aber die wirtschaftlichen Vorteile in der Chemischen Industrie haben der Molchtechnik zum Durchbruch verholfen. Hier schafft man es mit Hilfe der Molche, die Investitionskosten zu senken, in dem man beispielsweise die Rohrleitungen reduziert. Weitere Pluspunkte sind auch, dass der Platzbedarf sinkt, man gegebenenfalls auf Isolierungen und Beheizung verzichten kann und Entleervorgänge schneller und einfacher werden. Abwassermengen können reduziert werden, was wiederum die Kosten für die Kläranlagen vermindert.


Expertenforum im HDT


Im November werden sich nun Experten und Aussteller im Rahmen des „Forums Molchtechnik“ im HDT dem Thema widmen und neue Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten mit den Teilnehmern diskutieren. Wolfgang Mühlthaler ist sich sicher: „Die Entwicklung der Molchtechnik insgesamt ist noch längst nicht abgeschlossen. Reinigen, Inspizieren und Messen sind nur einige von vielen denkbaren Anwendungsmöglichkeiten. Allerdings wird die Reise durch den menschlichen Körper wohl noch etwas in der Science-Fiction bleiben.“
(idw - Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 06.09.2006 - AHE)
 
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