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Donnerstag, 25.05.2017
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Wald ist nicht gleich Wald

Kartierung der Landoberfläche wird bis zum Jahr 2010 fortgesetzt

Die Frage „Was ist ein Wald?“ scheint für Laien leicht zu beantworten: ein Gebiet, in dem Bäume wachsen. Doch für Wissenschaftler ist diese Darstellung nicht genau genug. Immerhin gibt es weltweit mehr als 300 Definitionen von „Wald“ - je nach Klimazone, Artenvielfalt, Zustand der Bäume oder der Art der Waldnutzung. In diese zum Teil verwirrende Vielfalt versuchen Wissenschaftler schon seit einigen Jahren mithilfe von Satellitendaten mehr Ordnung zu bringen. Nun hat die ESA bekannt gegeben, diese globale Waldinventur und somit auch deutsche Institute bis zum Jahr 2010 weiter zu unterstützen.
Wald in der Sibirischen Taiga

Wald in der Sibirischen Taiga

„Bis heute meinen Europäer, Amerikaner oder Chinesen zum Teil ganz unterschiedliche Ökosysteme, wenn sie von 'Wald' reden.“, erklärt Martin Herold vom Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in den entsprechenden geografischen Karten und nationalen Forstinventuren wider. Doch um globale Veränderungen im Waldbestand, etwa durch Klimaveränderungen und Abholzung zu erfassen, sind gemeinsame Definitionen Voraussetzung. „Und dazu brauchen wir einheitliche Standards, nach denen die Landoberfläche erfasst und beurteilt wird“, so Herold.

Satelliten liefern Schlüsseldaten


Mit diesem Ziel wurde das Programm GOFC-GOLD „Global Observation of Forest Cover - Global Observation of Land Dynamics“ ins Leben gerufen, das mit Hilfe von Satellitendaten einheitliche Grundlagen zur Beurteilung und Einschätzung von Waldgebieten entwickeln soll. Das europäische Projektbüro befindet sich seit Anfang 2004 an der Universität Jena. Nun hat der Hauptsponsor des Projektbüros, die Raumfahrtbehörde ESA, eine Verlängerung der Finanzierung bis Anfang 2010 angekündigt.

„Jena ist damit zum Knotenpunkt eines globalen Forschungsnetzwerkes geworden“, sagt Christiane Schmullius, Professorin für Fernerkundung an der Jenaer Universität. Hier sammeln und bewerten die Geografen die unterschiedlichen Daten und Satellitenaufnahmen, die die Landbedeckung unseres Planeten und deren Veränderungen darstellen. Die Wissenschaftler arbeiten hierzu mit Partnern wie der NASA, der ESA oder der Welternährungsorganisation FAO zusammen.

Verbesserte Weltkarten in Sicht


„Jetzt folgt der Praxistest“, freut sich Projektkoordinator Herold auf die bevorstehenden Aufgaben. So werden die Geografen aktiv an neuen und besseren Weltkarten mitarbeiten, unter anderem im Rahmen des GLOBCOVER-Projektes der ESA. Weiterhin sollen zum Beispiel ab dem Jahr 2010 für die alle fünf Jahre von der FAO veröffentlichten Daten über den weltweiten Waldbestand „Forest Ressource Assessment“ erstmals weltweit Satellitendaten im großen Stile genutzt werden - nach den Kriterien und Methoden, die in Jena mit ausgearbeitet wurden. Dazu werden auch Daten des neuen deutschen Erdbeobachtungssatelliten TERRASAR-X eingesetzt, dessen Start für Oktober 2006 vorgesehen ist.
(Friedrich-Schiller-Universität Jena, 05.09.2006 - AHE)
 
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