• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 29.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Forscher löschen Erinnerungen

Enzym „Proteinkinase M zeta“ entscheidend für Langzeitgedächtnis

Eine Pille und alle Erinnerungen sind gelöscht? Noch ist dies glücklicherweise nur in der Fiktion möglich, könnte aber vielleicht bald auch Wirklichkeit werden. Denn Forscher haben einen molekularen Mechanismus entdeckt, der die Erinnerungen im Gehirn speichert. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science berichten sie, wie es ihnen gelungen ist, dieses Molekül zu hemmen und damit auch das Langzeitgedächtnis zu löschen.
Gehirn

Gehirn

Wissenschaftler des Medizinischen Zentrums der State University of New York identifizierten das Molekül „Proteinkinase M zeta“ als entscheidenden Akteur in der Speicherung von Langzeiterinnerungen. Das Enzym verstärkt die synaptischen Verbindungen zwischen Neuronen im Hippocampus, einer der Hauptschaltstellen des Gehirns. Die Forscher verglichen die Funktion des Enzyms mit den Nullen und Einsen des Computercodes: Wird das Molekül gehemmt, geht die Verbindung verloren, ein Nullsignal wird ausgegeben.

Versuche an Ratten zeigten, dass diese Funktion spezifisch auf nur dieses Enzym zurückgeht. Denn die Hemmung verwandter Moleküle hatte keinerlei Gedächtnis-schädigenden Effekt. Die Blockade von „Proteinkinase M zeta“ dagegen führte zum Verlust von Erinnerungen, die für einen Tag oder sogar einen Monat gespeichert worden waren. Zudem zeigten die Tests, dass die Enzymblockade keineswegs die Fähigkeit zu lernen beeinflusste: Die Tiere konnten die verlorenen Erinnerungen – in diesem Falle die Orientierung in einem Labyrinth „wieder lernen“.

Die neuen Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Forscher für die Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, bei denen die synaptische Verbindungen überstark ausgeprägt sind und dadurch beispielsweise Phantom- und andere Nervenschmerzen oder auch Post-Traumatischer Stress auftreten. Umgekehrt könnte die Identifikation des molekularen Mechanismus auch die Basis für die Entwicklung von erinnerungsstärkenden Wirkstoffen bilden. Damit wäre eines Tages möglicherweise auch die Behandlung von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen möglich.
(SUNY Medical Center, 31.08.2006 - NPO)
 
Printer IconShare Icon