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Freitag, 24.03.2017
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Quecksilberfässer in der Ostsee

3.500 Giftfässer gefährden die Meeresumwelt der Ostsee

Das Schwedische Geologische Institut (SGU) hat 3.500 Fässer mit giftigem Quecksilber in der Ostsee vor der Industriestadt Sundsvall gefunden. Nach Angaben des WWF Deutschland wird die Suchfahrt jedoch wegen Geldmangel nicht weitergeführt. Dabei hatten die vier Fässer, die bereits geborgen und untersucht wurden, Risse und Löcher. Quecksilber ist schon in geringen Konzentrationen giftig und kann sich über die Nahrungskette im Körper von Menschen und Tieren anreichern.
Die 3.500 Fässer mit Quecksilber sind nur ein Teil der 21.000 Fässer mit insgesamt 9.000 Kilogramm Quecksilber, die auf dem Meeresgrund liegen. Das Quecksilber ist Abfall aus dem Bleichungsprozess einer Papierfabrik und wurde in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Ostsee versenkt. Nach Auskunft von SGU-Expeditionsleiter Ingemar Kato wurde in diesem Gebiet eine gleiche Menge Quecksilber über das Abwasser ins Meer eingeleitet und liegt im Meeresboden verteilt. Das Quecksilber im Meer wandelt sich mit der Zeit durch Bakterien in das hochgiftige Methylquecksilber um, das die größte Gefahr von allen Quecksilberverbindungen für Menschen und Tiere darstellt, ganze Fischpopulationen können vergiftet werden. In diesem Teil der Ostsee kann das Schwermetall besonders Fische wie Hecht, Zander und Hering belasten.

Marode Altlast


Der Beton, mit dem die Quecksilbersalze vermischt sind, hat sich bereits teilweise im Wasser gelöst. "Trotz des Wissens um die Gefahren, riskieren die schwedischen Behörden eine Vergiftung der Meeresumwelt", warnte WWF-Experte Jochen Lamp. "Es ist unverantwortlich, dass die Untersuchungen jetzt abgebrochen werden. Zurzeit sind die Wetterbedingungen für eine Untersuchung und auch eine Bergung ideal, Stürme im Herbst und Winter können ein späteres Handeln unmöglich machen", so Lamp.

Quecksilber und Methylquecksilber können sich über die Nahrungskette im Körper von Menschen und Tieren anreichern und bereits in geringen Konzentrationen das Nerven-, Herz-Kreislauf- und das Fortpflanzungssystem schädigen. Zusätzlich kann Methylquecksilber über das Blut ins Gehirn gelangen und dieses schädigen. Durch den Verzehr von verseuchtem Fisch sind schwangere Frauen und kleine Kinder besonders gefährdet.


Aktionsplan Ostsee könnte helfen


Der WWF fordert die Schwedische Regierung und alle anderen Ostseeanrainerstaaten auf, sofort das Ausmaß der bekannten Schadstoffmengen in der Ostsee offen zu legen und die Bergung derjenigen Gifte einzuleiten, die, wie in diesem Fall, relativ einfach zu realisieren sind. Die Ostseeanrainerstaaten erarbeiten gerade für die gesamte Ostsee einen Aktionsplan zur Verbesserung der Umweltsituation, der 2007 verabschiedet werden soll. "Die Bergung der bekannten versenkten Schadstoffe gehört auf die Topliste der Aktionen " so Jochen Lamp.
(WWF Deutschland, 25.08.2006 - AHE)
 
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