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Donnerstag, 23.03.2017
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Schuf der Mond das Leben?

Ebbe und Flut begünstigten Entstehung von Biomolekülen

Waren die Gezeiten verantwortlich für die Entstehung der ersten Biomoleküle? Das glaubt jedenfalls der schottische Molekularbiologe Richard Lathe. Stimmt seine These, hätte die Kraft des Mondes über Ebbe und Flut einen wesentlichen Anteil an der Entstehung des Menschen gehabt.
Erde und Mond

Erde und Mond

Lathe's Theorie: Da der Mond zu der Zeit, als das Leben begann, der Erde deutlich näher war als heute, waren auch die Gezeiten stärker ausgeprägt. Mit Ebbe und Flut änderte sich auch die Salzkonzentration der Küstengebiete ständig - nach Ansicht des Molekularbiologen eine optimale Voraussetzung für die Entstehung der ersten Biomoleküle.

Nach einer verbreiteten Hypothese könnten sich die ersten großen Biomoleküle, wie beispielsweise die Erbsubstanz DNA, in der Ursuppe aus kleineren Vorgänger-Molekülen gebildet haben, die sich zu langen, geraden Strängen zusammensetzten.

Diese Stränge wiederum boten weiteren Vorgänger-Teilchen eine Vorlage, an die sie sich anlagern konnten. So könnten zum Beispiel die doppelsträngigen Nukleinsäuren, zu denen auch die DNA gehört, entstanden sein.


Diese Theorie hat jedoch einen Schwachpunkt: Ein solcher Vorgang kann nur dann kontinuierlich weitergehen, wenn die gebildeten Doppelstränge immer wieder durch äußere Einflüsse getrennt werden und so erneut als Vorlage dienen können.

Wechsel der Salzkonzentrationen


Was für eine äußere Kraft das sein könnte, war bislang unbekannt. Genau diese gedankliche Lücke kann Richard Lathe mit seiner Idee jetzt jedoch schließen. Seiner Ansicht nach förderte der häufige Wechsel zwischen hoher und niedriger Salzkonzentration bei Ebbe und Flut das Aneinanderlagern und Trennen der Biomoleküle.

Während der starken Fluten in der Frühzeit der Erde spülte das Meerwasser weit landeinwärts. Die Salzkonzentration in den überfluteten Gebieten war vergleichsweise gering - eine Bedingung, bei der DNA-ähnliche Moleküle nicht stabil sind und auseinanderfallen.

Ging die Flut, die etwa zwei bis sechs Stunden dauerte, dann zurück, lagerte sich ein Teil des Salzes ab, die Salzkonzentration in zurückgebliebenen Wasserlachen stieg, und die Bildung neuer Biomoleküle wurde begünstigt.

Sollte sich diese Theorie bestätigen, könnte nach Lathes Ansicht ausgeschlossen werden, dass es Leben auf dem Mars gegeben hat. Denn selbst unter der Annahme, es hätte genügend Wasser zur Verfügung gestanden, wäre keiner der beiden Marsmonde dem Planeten nah genug gewesen, ähnliche Gezeitenbedingungen hervorzubringen.
(RP-Online , 18.03.2004 - AHE)
 
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