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Mittwoch, 18.10.2017
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Fischsaurier starben durch Methaneruption

Ausstellung "In einem Meer vor unserer Zeit“ gibt Einblicke in das Jurameer

Die Entdeckung eines Fischsaurierfriedhofs in Süddeutschland glich vor ein paar Jahren einer paläontologischen Sensation. Zahlreiche weitere Skelettreste von Meereskrokodilen oder Haien zeugten ebenso wie Mikrofossilien vom regen Leben im Jurameer vor rund 181 Millionen Jahren. Neuere geochemische Analysen von Sedimentproben haben nun gezeigt, dass vermutlich die plötzliche Freisetzung von Methangas am Meeresboden zu dem Massensterben der Fischsaurier geführt hatte. Eine Sonderausstellung in Eislingen widmet sich vom 02. September bis zum 12. November 2006 dem „Meer vor unserer Zeit“.
Rekonstruktion eines Fischsauriers

Rekonstruktion eines Fischsauriers

Im Jahr 2002 machten Wissenschaftler im schwäbischen Eislingen/Fils einen spektakulären und weltweit Aufsehen erregenden Fund: Sie stießen bei Ausgrabungsarbeiten auf mehrere ungewöhnlich gut erhaltene Skelettreste von Fischsauriern und anderen urzeitlichen Meeresbewohnern. Bei weiteren Untersuchungen entpuppte sich die Fundstelle als riesiger, mehr als 20 Quadratkilometer großer Fischsaurier-Friedhof.

Vom Saurier bis zu Mikrofossilien


Mittlerweile fanden die Wissenschaftler sogar die Überreste von Schlangenhalssauriern, Meereskrokodilen und Haien. Auch kleinere Meereslebewesen, darunter Fische und Tintenfische, kamen zutage. Wie sich bei der Präparation herausstellte, lagen in der Fundschicht aber auch Skelettteile von Flugsauriern, die über dem Jurameer nach Beute suchten und dabei möglicherweise selbst zu Opfern gefräßiger Meeresbewohner wurden.

Freilegung eines Wirbelknochens

Freilegung eines Wirbelknochens

Durch Laboranalysen konnte inzwischen die geochemische Zusammensetzung der in großer Zahl entnommenen Sedimentproben und deren Gehalt an Mikrofossilen bestimmt werden. Sie offenbarten eine reichhaltige Kleinstlebewelt mit mehreren bisher unbekannten Formen von Einzellern. Die Analysen führten die Forscher zu der Theorie, dass es vor 181 Millionen Jahren, bedingt durch die Freisetzung und den Zerfall von Methanhydraten, zu einem Massensterben in Teilen des Jurameers gekommen sein musste.


Subtropisches Flachwassermeer


Die Ausstellung "In einem Meer vor unserer Zeit" nimmt den Besucher mit in eine Zeit, in der das heutige Baden-Württemberg von einem subtropisch warmen Flachwassermeer bedeckt war. Die zum Teil erstmalig gezeigten Funde beleuchten dabei die Nahrungskette im Jurameer vom Einzeller bis hin zu den großen Meeresräubern. Eine in den Rundgang integrierte Präparationswerkstatt zeigt zudem, mit welchen Methoden Geologen, Paläontologen und Archäologen im Gelände vorgehen und das Fundmaterial aufbereiten. Einen Einblick in die Arbeit von Mikropaläontologen vermittelt dabei das Raster-Elektronenmikroskop.

Aufbau der Ausstellung

Aufbau der Ausstellung

Paläontologen aus Deutschland und England berichten in einer eigenen Vortragsreihe parallel zur Ausstellung über ihre Forschungen zum Leben in der Urzeit. Gleichzeitig wird auch die Bedeutung von Methanhydraten als möglicherweise wichtiger Energieträger der Zukunft beleuchtet. Genau erklärt wird dabei auch die Erkundung, Erschließung und Nutzung von Erdgaslagern heute. Exkursionen und Besichtigungsprogramme zu geologischen, paläontologischen und landschaftskundlichen Sehenswürdigkeiten in der Region runden das Angebot ab.

„In einem Meer vor unserer Zeit“
Stadthalle Eislingen
Kronenplatz 12
D-73054 Eislingen/Fils
Tel: 0711.90234 51
(MPS, Uni-Tübingen, Stadthalle Eislingen, 22.08.2006 - AHE)
 
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