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Dienstag, 24.01.2017
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USA bald “Darwin–freie Zone”?

Ein Drittel der Amerikaner lehnt die Evolutionstheorie ab

Ein Drittel der Amerikaner glaubt nicht an die Evolution – dies ist ein weitaus größerer Anteil als in Europa oder Japan. Das zeigt eine neue, jetzt in Science veröffentlichte Studie. Ursache dieser Skepsis ist der große und zunehmende Einfluss, den fundamentalistisch christliche Strömungen in den USA gewonnen haben.
Diese Karikatur erschien 1871 nach der Veröffentlichung von Darwins Buch "Die Abstammung des Menschen"

Diese Karikatur erschien 1871 nach der Veröffentlichung von Darwins Buch "Die Abstammung des Menschen"

Für die Studie werteten Jon D. Miller von der Michigan State University und seine Kollegen Eugenie Scott vom National Center for Science Education und Shinji Okamoto von der Universität Kobe in Japan Daten aus persönlichen Interviews aus 32 europäischen Ländern, Japan und den USA aus. Die Befragten wurden so ausgewählt, dass ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung erfasst wurde.

Das Ergebnis war zwar in seiner Tendenz nicht überraschend, wohl aber in seiner Deutlichkeit. “Einer von drei erwachsenen Amerikanern weist das Konzept der Evolution strikt zurück, das sind weitaus mehr als in jedem europäischen Land“, so Miller. In den europäischen Ländern, darunter Island, Dänemark, Schweden und Frankreichakzeptieren 80 Prozent, in Japan immerhin noch 78 Prozent die als wissenschaftlich etablierte Evolutionstheorie als gültige Erklärung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens. Nur in der Türkei als vorwiegend moslemisch geprägtem Land lagen die Anteile der „Evolutionsskeptiker“ sogar höher als in den USA.

Einfluss der Fundamentalisten


Hauptgrund für den hohen Anteil der Skeptiker in den USA ist nach Millers Ergebnissen der Einfluss fundamentalistischer christlicher Strömungen. „Der Einfluss des fundamentalistisch-religiösen Glaubens auf Ansichten zur Evolution ist in den USA nahezu doppelt so hoch wie in Europa“, erklärt Miller. „Bei Menschen, die an einen persönlichen Gott glauben und regelmäßig beten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Evolution als wahrscheinlich oder definitiv wahr ansahen deutlich geringer als bei Erwachsenen mit weniger konservativen religiösen Einstellungen.“


Republikaner unterstützen Ablehnung


Hinzu kommt nach Ansicht von Miller jedoch auch die Tatsache, dass die Evolution in den USA zu einem hoch politisierten Thema geworden ist. Insbesondere die Republikaner nutzen sie geradezu als Lackmus-Test für Kandidaten, die sich um öffentliche Ämter bewerben. „Es gibt keine größere politische Partei in Europa oder Japan, die eine Opposition gegen die Evolutionstheorie als Teil ihrer politischen Plattform nutzt“, so der Forscher. „In den USA dagegen gibt es Leute, die glauben es wäre ein politischer Vorteil, die Evolution zurückzuweisen.“

Mangelndes Grundlagenwissen


Ein weiterer Faktor ist das mangelnde Wissen über genetische Grundlagen. Nur ein Drittel der erwachsenen Amerikaner hielten die Aussage für wahr, dass der Mensch mehr als die Hälfte seiner Gene mit der Maus teilt. 38 Prozent konnten sich nicht vorstellen, dass Mensch und Schimpanse mehr als die Hälfte ihrer Gene teilen.

„Diese Ergebnisse sollten Bildungsverantwortliche auf allen Ebenen beunruhigen“, so Miller. „Die steigende Zahl der Erwachsenen, die sich über diese Tatsachen unsicher sind, zeigt, dass die derzeitige Wissensvermittlung nicht effektiv ist.“
(Michigan State University, 18.08.2006 - NPO)
 
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