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Dienstag, 24.01.2017
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Bald fahrerlos in der Großstadt?

EU-Projekt entwickelt automatisierte Vehikel für den städtischen Nahverkehr

Fahrerlose Autos, Busse, die zwischen Autopilot und manueller Steuerung umschalten können, Cybercars in virtuellen Korridoren – all das klingt nach Science Fiction, könnte aber in nicht allzu langer Zeit Realität werden. Denn technische Grundlagen und sogar erste Pilotprojekte existieren bereits. Das EU-Projekt „Citymobil“ soll nun auch die Anwendung weiterentwickeln.
Fahrerloser "Cybercar"

Fahrerloser "Cybercar"

Die Städte ersticken im Verkehr, Staus im Berufsverkehr gehören zum Alltag. Deshalb sucht die EU jetzt mit einem neuen Projekt nach effektiveren Verkehrslösungen für Großstädte und einem rationelleren Einsatz von Kraftfahrzeugen. Dabei sollen ganz neue Technologien Autoschlangen und Abgase beseitigen helfen. In Zukunft könnte für Privatautos an der Stadtgrenze Schluss sein. Hier wird dann in neue Verkehrssysteme umgestiegen, die den Transport in den Innenstädten übernehmen.

Pilotsysteme an drei Orten in Europa


„Es klingt wie pure Science Fiction“, erklärt Torgeir Vaa von der norwegischen Forschungsgemeinsschaft SINTEF. „Aber die Technologie existiert bereits und eine ganze Reihe von Demonstrationen und Pilotstudien sind bereits gelaufen und haben bewiesen, dass diese Systeme funktionieren.“ Entsprechend konkret sind auch die Pläne der Forscher: Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen am Londoner Flughafen Heathrow, in einem Ausstellungszentrum in Rom und in der spanischen Stadt Castellón automatische Transportlösungen installiert werden.

In Castellón werden dann so genannte biomodale Busse ihren Dienst verrichten – Vehikel, die sowohl manuell als auch automatisch gesteuert werden können. In Rom wird eine Flotte von vollautomatischen „Cybercars“ Menschen zwischen dem Parkplatz, der Bahnstation und dem Ausstellungszentrum hin und her befördern. Am Flughafen Heathrow transportiert ein automatisches Transitsystem auf Schienen Passagiere vom Terminal zum Parkplatz und zurück.


Fahrerlos vom Terminal zum Parkplatz


“Stellen sie sich vor, Sie kommen in Heathrow an und wollen vom Parkplatz zum Terminal“, erklärt Vaa. „Sie rufen einfach ein automatisches, fahrerloses Vehikel. Dieses kommt direkt zu dem Punkt, an dem Sie geparkt haben und holt Sie ab.“ Soweit die Idealvorstellung. Bis es soweit ist, müssen die Forscher allerdings noch eine Reihe offener Fragen klären: Was ist, wenn Leute im Weg stehen? Wer haftet, wenn automatische Fahrzeuge mit einem „normalen“ Fahrzeug zusammenstoßen? Wie lässt sich die Sicherheit dieser Systeme garantierten?

Öffentlicher Nahverkehr im Zentrum


Obwohl Rom, Castellón und Heathrow die Hauptdemonstrationsorte sind, sollen im Rahmen des Projekts auch für andere Städte Pläne und Konzepte ausgearbeitet werden. „Es geht darum, den lokalen Behörden bei Entscheidungen zugunsten solcher Transportsysteme zu helfen“, so Vaa. „Einige dieser Städte könnte auch von kleineren Pilotprojekten mit automatisierten Vehikeln profitieren.“

Bisher fand ein Großteil der Innovationen, angeschoben durch private Unternehmen, im Bereich des Individualverkehrs statt. So gibt es beispielsweise bereits erste Fahrassistenzsysteme (ADAS), die automatisch bremsen, wenn ein Mindestabstand zum vorderen Fahrzeug unterschritten wird. Das neue Projekt soll jetzt auch den öffentlichen Nahverkehr zukunftsfähig machen. Mit Ausnahme einiger Autopilot-Untergrundbahnen wie in Paris, London oder Lille und weniger Pilotversuche mit automatisierten Bussen wie in Eindhoven, besteht hier, so die EU, noch Nachholbedarf. Citymobil mit einen Budget von 40 Millionen Euro und Projektpartnern aus zehn Ländern soll bis 2009 Abhilfe schaffen.
(SINTEF, 09.08.2006 - NPO)
 
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