Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

MS: Signalmolekül verschlimmert Symptome
Identifikation liefert neue Ansätze für Behandlung der Multiplen Sklerose
Forscher haben herausgefunden, dass die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) durch ein bestimmtes Signal in den Zellen des Nervensystems verschlimmert werden. Die Ergebnisse könnten den Weg frei machen für neue Therapien, die jene Proteine blockieren, die das beschriebene Zell-Signal aktivieren. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift Nature Immunology veröffentlicht.
Gehirn
Gehirn
© IMSI MasterClips
Die Nervenzellen in unserem Gehirn und Rückenmark kommunizieren miteinander, indem sie elektrische Signale aneinander senden. Diese Kommunikation ist schnell und effizient, weil die Fortsätze unserer Nervenzellen ähnlich Stromkabeln von einer isolierenden Schicht umhüllt sind. Bei Patienten mit Multipler Sklerose zerstören Zellen des körpereigenen Immunsystems zunehmend diese schützenden Hüllen aus Fetten und Proteinen, genannt Markscheiden. Eine zentrale Komponente bei dem molekularen Mechanismus hinter der Multiplen Sklerose ist das Signalmolekül NF-kappa-B.

Freund oder Feind?
"Wir wussten schon seit längerem, dass NF-kappa-B zentral an der MS beteiligt ist", sagt Dr. Manolis Pasparakis, früherer Gruppenleiter an der EMBL Mouse Biology Unit, und derzeitiger Professor am Institut für Genetik an der Universität Köln. "Aber bis jetzt war nicht klar, ob es Freund oder Feind ist. Wir wussten nicht, ob NF-kappa-B die Gehirnzellen vor den Auswirkungen der Krankheit schützt oder die Situation verschlimmert."

Um zu verstehen, welche Rolle NF-kappa-B bei der Multiplen Sklerose spielt, arbeiteten Dr. Marco Prinz in der Abteilung Neuropathologie in Göttingen und Dr. Pasparakis in Italien mit Mäusen, die an einer MS-ähnlichen Krankheit litten. Die Wissenschaftler blockierten die Aktivität von NF-kappa-B bei den Tieren und beobachteten, was mit ihren Nervenzellen und den Markscheiden passierte. Um NF-kappa-B zu unterbinden, inaktivierten sie IKK2 und NEMO, zwei Proteine, die NF-kappa-B aktivieren.

Mildere Symptome bei Mäusen „ohne“
"Das war eine Herausforderung", erklärt Pasparakis, "weil NF-kappa-B in vielen sehr wichtigen Prozessen im ganzen Körper mitwirkt. Seine Aktivität komplett zu unterbinden heißt, dass die Maus stirbt, bevor sie geboren wird. Damit wir die Rolle von NF-kappa-B während der MS- Erkrankung beobachten konnten, haben wir mit ausgeklügelten genetischen Methoden Mäuse gezüchtet, denen IKK2 und NEMO nur in Gehirnzellen fehlt."

Das Ergebnis waren Mäuse, die weit mildere MS-Symptome zeigten als gewöhnlich. Dieser Effekt hängt wahrscheinlich mit der geringeren Menge entzündungsfördernder Signale zusammen, die das Gehirn bei MS produziert. "NF-kappa-B reguliert die Bildung von Signalen, die bei einer Entzündung produziert werden. Die Signale locken Immunzellen herbei und aktivieren sie", erklärt Prinz. "Normalerweise ist das eine sinnvolle Strategie, um den Körper vor Infektionen zu schützen. Aber bei MS-Patienten sind es exakt diese Immunzellen, die Probleme machen. Ihre Hyperaktivierung durch NF-?B macht die Situation nur noch schlimmer."

Indem die Forscher IKK2 und NEMO blockierten, hemmten sie die krankheitsfördernde Aktivität von NF-kappa-B und milderten damit die MS- Symptome. Aus diesem Grund sind die beiden Proteine neue und viel versprechende Ziele für neue Therapien gegen Multiple Sklerose. Das menschliche NF-kappa-B-Signalnetzwerk ist dem der Maus sehr ähnlich. Deshalb vermuten die Wissenschaftler, dass die Substanzen, die IKK2 und NEMO in der Maus blockieren dies auch beim Menschen tun und auch hier die Krankheits-Symptome mildern können.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
MS, multiple sklerose, Signal, Myelinschicht, Nerven, GEhirn, Neurologie, NErvenerkrankung, Symptome, NF-kappa-B, Signalmolekül, MEdizin, Krankheit
Weitere News zum Thema
Pestizide gefährden Artenvielfalt in Gewässern (18.06.2013)
Schon geringe Dosen von Pflanzenschutzmitteln senken Artenzahl um 42 Prozent
Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst (14.06.2013)
Genvergleich zeigt: Bakterium hat sich bis heute genetisch kaum verändert
Bewohner der tiefen Biosphäre sind aktiver als gedacht (14.06.2013)
Erster umfassender Einblick in Ernährung, Bewegung und Vermehrung
Drache gewinnt Energie aus luftigen Höhen (14.06.2013)
Spezieller Kite wandelt Windenergie in Strom mum
Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht (13.06.2013)
Menschen vor 9.000 Jahren wählten fast ausschließlich Verwandte als Partner
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Dossiers zum Thema
Ein Kontinent zerbricht!?
Das Afrikanische Grabensystem
Bernstein
Fenster zur Vergangenheit
News des Tages
Bisonzahn als Klimazeiger
Gehirn braucht auch „lange Wege“
MS: Signalmolekül verschlimmert Symptome
Organische Chips mit „Metallinseln“
Was haben Staus, Tornados und epileptische Anfälle gemeinsam?
„Negativ-Kopie“ verrät Genaktivität
Gen-Check zur Vorhersage von Metastasen
Bücher zum Thema
Gewitter
Faszination eines Phänomens von Alex Hermant
Krakatau
Der Tag, an dem die Welt zerbrach 27. August 1883 von Simon Winchester und Harald Alfred Stadler (Übersetzer)
Das Erste Licht
Auf der Suche nach der Unendlichkeit von Richard Preston
Die Geschichte des Lebens auf der Erde
Vier Milliarden Jahre von Douglas Palmer
Physik für die Westentasche
von Harald Lesch
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst