• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Infrarotbestrahlung verbessert Wundheilung

Klinischer Test belegt positive Wirkung nach Bauchoperationen

Nach Bauchoperationen bleibt zunächst eine mehr oder weniger große Wunde zurück, die erst einmal ausheilen muss. Jetzt haben Mediziner eine neue Methode getestet, um die Wundheilung nach der OP zu verbessern: die Bestrahlung mit einem speziellen Infrarotlicht.
In einer kontrollierten, doppeltblinden klinischen Studie testeten Mediziner an der chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg den Effekt von lokalen Bestrahlungen mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) auf frische Operationswunden. Dafür wurden 111 Patienten auf zwei Gruppen aufgeteilt, eine erhielt eine Betrahlung mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) und sichtbarem Licht, die zweite nur mit sichtbarem Licht. Die unbedeckten Wunden wurden ab dem zweiten Tag nach der OP täglich zweimal bestrahlt und der Fortschritt der Heilung protokolliert. Gleichzeitig wurden auch die Patienten zu ihrem jeweiligen Befinden befragt.

Deutliche Verbesserungen


Die jetzt im British Journal of Surgery veröffentlichten Ergebnisse ergaben deutliche Vorteile der Infrarot-Bestrahlung gegenüber der Kontrollgruppe. Alle 46 Patienten der wIRA-Gruppe zeigten an jedem der betrachteten fünf aufeinanderfolgenden Tage ausnahmslos eine akute Schmerzminderung nach der Bestrahlung bei 57 – 70 Prozent weniger Schmerzmittelverbrauch. Die Patienten hatten zudem im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant und relevant bessere Wundheilung. Positive Zeichen waren auch ein während der Bestrahlung in zwei Zentimetern Gewebetiefe auftretender akuter Anstieg der Gewebetemperatur um 2,7°C und des Sauerstoffteildrucks um ca. 30 Prozent.

Auch die Komplikationen und Störungen der Wundheilung ließen sich durch die Betrahlung reduzieren: Nur bei sieben Prozent trat dies auf, bei der Kontrollgruppe waren es dagegen 15 Prozent. Die bestrahlten Patienten konnten zu um Durchschnitt das Krankenhaus zwei tage früher verlassen.


Die Gesamtbewertung des Effekts der Bestrahlung unter Einschluss von Wundheilung, Schmerzen und kosmetischem Ergebnis ergab eindrucksvolle Unterschiede zugunsten der wIRA-Gruppe sowohl in der Beurteilung der Chirurgen als auch der Patienten. Das Fazit der Wissenschaftler fiel demnach auch positiv aus: Lokale Bestrahlungen mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) nach Operationen vermögen die normale Wundheilung nach Operationen zu verbessern und Kosten nach Magen-Darm-Operationen zu senken, so ihre Schlussfolgerung. Inwieweit dieses Verfahren sich nun durchsetzen kann, muss sich allerdings noch zeigen.
(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 03.08.2006 - NPO)
 
Printer IconShare Icon