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Freitag, 20.10.2017
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Klimawandel: Alpenländer suchen Anpassungsstrategien

Anrainerstaaten erarbeiten Aktionsplan

Die Alpen sind besonders stark vom Klimawandel betroffen. Jetzt wird erstmals für den gesamten europäischen Alpenraum ein Aktionsplan zur Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung erarbeitet. Dazu gab der bayrische Umweltminister Werner Schnappauf gestern auf der Zugspitze den Startschuss.
"Unabhängig von den Ergebnissen der internationalen Klimaschutzanstrengungen wird es bis zum Ende des Jahrhunderts in Süddeutschland und besonders im Alpenraum immer wärmer“, erklärt Schnappauf. „In den letzten 50 Jahren war im Alpenraum mit 1,2°C ein doppelt so hoher Temperaturanstieg zu verzeichnen wie weltweit."

Alpen besonders schwer betroffen


Jüngste Klimaprognosen zeichnen nach den Worten Schnappaufs ein dramatisches Bild. Die künftige Klimaerwärmung in Süddeutschland soll bis zum Ende des Jahrhunderts bis zu 4 Grad betragen. Das ist deutlich mehr als die weltweit prognostizierte Erhöhung um 2,5 bis 3,5 °C. Die Folgen sind jetzt schon offensichtlich. Die bayerischen Gletscher sind um 70 Prozent geschrumpft; in voraussichtlich spätestens zwanzig Jahren sind sie weg.

Gletscherschmelze in den Alpen: Pasterze

Gletscherschmelze in den Alpen: Pasterze

So schmelzen beispielsweise allein an einem Hitzetag wie jetzt im Juli vom nördlichen Schneeferner-Gletscher bis zu 35 Millionen Liter Wasser. Das entspricht dem täglichen Wasserbedarf von einer Großstadt wie Augsburg mit rund einer viertel Million Einwohner. Die Veränderungen sind umfassender Art: In 100 Jahren könnten an bayerischen Seen Palmen wie am Lago Maggiore wachsen mit neuen Chancen für die Tourismusbranche und die Landwirtschaft. Andererseits verursacht die Klimaerwärmung nach den Worten Schnappaufs neue Probleme u.a. bei der Trinkwasserversorgung und bei der Vermeidung von Naturgefahren wie Hochwässer, Erdrutsche und Bergstürze.


Grundlage für Anpassungsstrategien


Mit dem auf zwei Jahre angelegten Projekt sollen diese Folgen der Klimaerwärmung für alle wichtigen Bereiche wie beispielsweise Tourismus, Verkehr oder Landwirtschaft abgeschätzt werden. Im Ergebnis soll ein Aktionsplan für Wirtschaft, Kommunen und Staat vorliegen, um damit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für entsprechende Klima-Anpassungsstrategien zu erhalten.

Insgesamt 22 Projektpartner aus allen sieben Alpenanrainerstaaten sind beteiligt. Das insgesamt 3,5 Millionen Euro teure „ClimChAlp“-Projekt wird je zur Hälfte von der EU und den Anrainerstaaten finanziert; Bayern übernimmt 410.000 Euro.
(Bayrisches Umweltministerium, 03.08.2006 - NPO)
 
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