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Freitag, 20.10.2017
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Robo-Käfer bekämpft Waldbrände

Eigenständiger Löschroboter überwacht Wald mit Biosensoren und Infrarot

Der „Super-Sommer“ bringt nicht nur Badewetter, sondern auch Trockenheit und damit Waldbrandgefahr. Immerhin eine halbe Million Hektar Wald zerstören Brände jedes Jahr in Europa. Wissenschaftler der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickeln derzeit einen Lösch-Käfer, der solche Katastrophen bereits im Keim ersticken soll.
Löschkäfer im Einsatz

Löschkäfer im Einsatz

Unbeherrschbare Flammen, die innerhalb von Minuten um sich greifen und große Waldgebiete und Wohnsiedlungen in Asche verwandeln - jedes Jahr berichten aktuelle Nachrichtensendungen darüber. Feuersbrünste dieser Art brechen meist während der heißen Sommermonate aus. Lebenswichtige Umwelt geht dabei zugrunde. Die Forscher der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) wollen helfen, solche Katastrophen in Zukunft zu verhindern. Sie entwickeln derzeit den Lösch-Käfer OLE (Offroad Löscheinheit), der große Waldregionen mit Hilfe von Infrarot und Biosensoren überwacht, Brandherde entdeckt und sofort meldet und bekämpft.

Nach dem Vorbild eines Insekts konstruiert


"Die Idee ist denkbar einfach: Je früher eine Feuergefahr erkannt wird, desto größer die Chance, einen Flächenbrand zu verhindern", sagt Prof. Dr. Ulrich Wohlgemuth vom Institut für Industrial Design der Hochschule. Die Wissenschaftler konstruierten den Lösch-Käfer nach dem Vorbild des Saftkuglers, einem Insekt, das zu den Tausendfüßern gehört.

Ähnlich wie der Tausendfüßer kann sich OLE bei Gefahr zusammenrollen und seine sechs Beine einziehen. Sein hitzebeständiger Panzer aus einem Keramik-Faserverbundstoff hält Temperaturen bis 1.300 Grad Celsius aus und schützt die empfindliche Technik im Inneren. Zwei mechanische Fühler helfen ihm, sich auf unebenem, schwierigem Gelände sicher fortzubewegen und schnell die Gefahrenstelle zu erreichen. Je nach Bodenbeschaffenheit kann OLE zwischen zehn und 20 Kilometer pro Stunde schnell krabbeln. Das Feuer bekämpft OLE mit einer Impulslöschkanone.

Einsatz in Risiko-Gebieten


Der Lösch-Roboter ortet bei günstiger Windrichtung ein Feuer in einer Entfernung bis zu einem Kilometer. OLE soll vor allem in gefährdeten Gebieten zum Einsatz kommen, wie etwa in der Nähe von Straßen, Wohnsiedlungen oder Naturschutzparks. Monatelang benötigt er dabei weder Wartung noch Batterien, denn solange OLE keine Gefahr erkennt, befindet er sich im Energiesparmodus.


Um ein Gebiet von der Größe des Schwarzwaldes vor Bränden zu schützen, würden 30 Robo-Käfer bereits ausreichen, so die Schätzungen der Forscher. Die Produktionskosten eines Lösch-Roboters bewegen sich zwischen 100.000 und 250.000 Euro. Die Waldschäden, die durch Feuer allein in Europa entstehen, betragen jedoch jährlich 2,5 Milliarden Euro.

Die Wissenschaftler sind Teil des BIOKON, des Bionik-Kompetenznetzes Deutschland. Hier arbeiten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen an der Entschlüsselung von Patenten der Natur und ihrer Übertragung in technische Anwendungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Verbund. Magdeburg ist ein Knoten des Kompetenznetzes. Partner sind die Hochschule Magdeburg Stendal (FH) mit dem Institut für Industrial Design und das IFF Fraunhofer Institut Fabrikbetrieb und - automatisierung, Abteilung Robotik.
(Landesmarketing Sachsen-Anhalt, 20.07.2006 - NPO)
 
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