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Donnerstag, 24.05.2012
Klimaschutz bald auch im Luftverkehr
Emissionshandel könnte Schadstoffbelastung senken
Eine neue Studie hat Wege für einen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Emissionshandel im Flugverkehr aufgezeigt. Demzufolge kann mittels eines wirksamen Emissionshandelssystems eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes ermöglicht werden. Auch nach des Umweltbundesamtes sollte der Flugverkehr nicht länger von Klimaschutzmaßnahmen ausgenommen werden.

Flugzeug
Flugzeug
© IMSI MasterClips
Der Luftverkehr wird in den kommenden beiden Jahrzehnten jährlich um vier bis fünf Prozent wachsen. Durch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), Stickoxiden und Wasserdampf tragen Flugzeuge inzwischen etwa genauso viel zum Treibhauseffekt bei wie der weltweite Autoverkehr. Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge: „Die Luftfahrt darf nicht länger von Klimaschutzmaßnahmen ausgenommen werden. Die seit langem überfällige wichtige europaweite Besteuerung des Treibstoffs, eine flugstreckenbezogene Emissionsabgabe oder die rasche Einbeziehung des Flugverkehrs in das europäische Emissionshandelssystem wären wichtige Schritte für den weltweiten Klimaschutz“. Die Europäische Union müsse, so Troge, Vorreiter sein, um den Umweltbelastungen durch den Flugverkehr endlich zu begegnen.

Internationale Abkommen nötig
Bisherige Grenzwerte für Flugzeugtriebwerke zielen lediglich auf die lokale Luftqualität und sind wenig wirkungsvoll. Für den Klimaschutz im Flugverkehr gibt es derzeit überhaupt keine international beschlossenen Maßnahmen. Um den Klimaschutz auch dort zu verankern, werden gegenwärtig verschiedene Instrumente auf Ebene der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) diskutiert. Auf dem 6. Treffen des Umweltausschusses der ICAO im Februar in Montreal (Kanada) wurde die Entwicklung eines Emissionshandelssystems als vorrangig eingeschätzt. Allerdings ist mit einer solchen Maßnahme auf internationaler Ebene derzeit nicht vor 2013 zu rechnen, und es ist unsicher, ob die gegenwärtigen Vorschläge überhaupt einen deutlichen Umweltnutzen bringen. Um ein wirksames Verfahren zu entwickeln, hat das UBA das Öko-Institut, Freiburg, beauftragt, die wesentlichen Eckpunkte eines Emissionshandels im internationalen Flugverkehr zu erarbeiten.

Die Studie zeigt, dass sich ein solches Handelssystem nicht nur auf CO2, sondern auf den gesamten Klimaeffekt des Flugverkehrs erstrecken muss. Ein offenes, das heißt sektorübergreifendes, Handelssystem kann die Umweltauswirkung des Flugverkehrs reduzieren. Die Emissionen sollten den Fluggesellschaften proportional zu den geflogenen Routen zugeordnet werden.

Weitere wesentliche Aspekte der Studie betreffen den Teilnehmerkreis am Emissionshandel, die Zuordnung der Emissionen auf die teilnehmenden Staaten und die Verteilung der Emissionsrechte auf die beteiligten Akteure. Daneben wurden unterschiedliche Möglichkeiten zur Minderung der Klimaeffekte des Flugverkehrs – wie durch eine niedrigere Reiseflughöhe – untersucht und deren Umweltnutzen und die wirtschaftlichen Auswirkungen bewertet.

Die Ergebnisse der Studie sollen für die weiteren Arbeiten innerhalb der ICAO und zur Vorbereitung für Maßnahmen der Europäischen Union genutzt werden. Sie zeigen, wie mittels eines wirksamen Emissionshandelssystems im Flugverkehr eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes ermöglicht werden kann.
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