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Freitag, 10.02.2012
Einblick in arktische Tiefen
Hochauflösende Kamera filmt Meeresboden der Barentssee
Kopulierende Oktopusse, fressende Einsiedlerkrebse, riesige Hummer und winzige Krebstiere, Schwämme aller Farben und Formen – all diese Bilder stammen aus der Meerestiefe der Barentssee. Norwegischen Wissenschaftlern gelang es im Rahmen einer vierwöchigen Expedition mithilfe einer neuen, hochauflösenden Unterwasserkamera, Bilder vom Leben auf dem arktischen Meeresgrund in bisher nie erreichter Detailtiefe zu erlangen.

Seestern aus 300 Metern Tiefe
Seestern aus 300 Metern Tiefe
© Institute of Marine Research
Normalerweise untersuchen Meeresforscher den Grund des Ozeans vor allem durch Proben aus der Tiefe, die sie mithilfe verschiedenster Gerätschaften und Techniken gewinnen. Jetzt haben Biologen vom norwegischen Institut für Meeresforschung erstmals einen 80 Kilometer langen Streifen des Meeresbodens vor der Nordnoirwegeischen Küste komplett und in hoher Auflösung abgefilmt. Die untersuchte Region ist durch tiefe unterseeische Fjorde und Schelfgebiete gekennzeichnet. Viele der Habitate in diesem Gebiet sind sehr komplex und daher durch Beprobung nur schwer vollständig zu erfassen.

Die jetzige Untersuchung ist Teil des MAREANO Kartierungsprogramms, bei dem Forscher die topographischen, geologischen und biologischen Bedingungen der Gewässer vor Norwegen untersuchen und kartieren. Das von 2005 bis 2010 laufende mit 30 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt soll die Kenntnisse über arktische Ökosysteme verbessern. Allerdings nicht nur der reinen Wissenschaft wegen, sondern auch mit dem Hintergedanken zu erkunden, inwieweit sich die Gebiete für eine Nutzung der dort vorhandenen Öl- und Gasvorkommen eigenen und wie dies mit dem Schutz der Lebensgemeinschaften vereinbar sein könnte.
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