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Samstag, 16.12.2017
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Atmen lockt Vampire an

Vampir-Fledermäuse erkennen Beute am Atemgeräusch

Vampirfledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die sich ausschließlich von Blut ernähren, darunter auch dem menschlichen. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Blutsauger ihre Beute am individuellen Geräusch ihres Atmens erkennen. Das berichten die Forscher in der Zeitschrift BMC Biology.
Vampirfledermaus Desmodus rotundus

Vampirfledermaus Desmodus rotundus

Udo Gröger und Lutz Wiegrebe von der Ludwig-Maximilians-Universität München führten Versuche mit zwei Vampirfledermäusen der Art Desmodus rotundus durch. Diese im tropischen Lateinamerika beheimateten Säuger halten sich tagsüber in Höhlen oder holen Bäumen auf und fliegen nachts aus, um Blut von Säugertieren, meist Rindern, Pferden, Schweinen oder aber dem Menschen zu saugen.

Die Forscher spielten in ihrem Experiment den Tieren individuelle Atemgeräusche verschiedener Menschen vor. Den Atemgeräuschen waren jeweils verschiedene Futterspender mit Rinderblut zugeordnet. Die Fledermäuse wurden darauf trainiert, jeweils den richtigen Menschen zu identifizieren und zum dazu gehörenden Spender zu fliegen. Zum Vergleich wurden auch vier menschliche Probanden gebeten, die kurzen Einspielungen der Atemgeräusche dem richten Individuum zuzuordnen.

Es zeigte sich, dass die Fledermäuse die Atemgeräusche, einmal gelernt, später ohne Probleme wieder erkennen und dem richtigen Futterspender zuordnen konnten – und dies sogar unabhängig davon, ob die Aufnahmen die Ruheatmung des betreffenden Menschen wiedergaben oder aber die Atmung unter körperlicher Belastung. Im Gegensatz dazu konnten die menschlichen Probanden zwar einige Atemgeräusche der Ruheatmung korrekt identifizieren, nicht aber die durch die Belastung veränderten Aufnahmen.


Vampirfeldermäuse nutzen oft über mehrere Nächte hinweg die gleiche Beute, um ihr Blut abzuzapfen. Die Forscher vermuten, dass ihnen dabei das individuell verschiedene Atemgeräusch als Hilfsmittel dienen könnte, um ihre Beute wieder zu finden – ähnlich wie Menschen sich an der Stimme erkennen.
(BioMed Central, 19.06.2006 - NPO)
 
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